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Saleh fordert Ende der Massenproteste

Jemens Präsident meldet sich aus dem Spital in Saudiarabien zu Wort und verlangt das Ende der Aufstände gegen seine Herrschaft. Derweil sind bei Kämpfen im Süden des Landes mindestens 42 Menschen gestorben.

Will den Aufständen im Jemen ein Ende setzen: Präsident Ali Abdullah Saleh am 10. Juli in Saudiarabien.
Will den Aufständen im Jemen ein Ende setzen: Präsident Ali Abdullah Saleh am 10. Juli in Saudiarabien.
Reuters

Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh hat ein Ende der seit fast sechs Monaten andauernden Massenproteste gegen seine Herrschaft gefordert. Zu den Waffen zu greifen und das Alltagsleben der Bevölkerung zu stören werde keinen Wandel bringen.

Das sagte Saleh laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur SABA. Der Staatschef äusserte sich in einem Spital in Saudiarabien, wo er wegen Verletzungen nach einem Angriff auf das Gelände seines Palastes im Juni behandelt wird.

42 Tote im Süden Jemens

Bei Kämpfen zwischen der jemenitischen Armee, mutmasslichen Mitgliedern des Terrornetzwerks al-Qaida und Stammesangehörigen sind im Süden des Landes mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere seien verletzt worden, hiess von der Armee und von lokalen Quellen. Einflussreiche Stammesführer schlossen sich derweil zu einer Koalition gegen Präsident Ali Abdallah Saleh zusammen.

In Dofas bei Sindschibar in der Provinz Abjan hätten al-Qaida-Kämpfer mit automatischen Waffen eine Armeeeinheit angegriffen, sagte ein Militärvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Dabei seien zwei Offiziere und vier weitere Soldaten getötet worden. Neun Soldaten wurden den Angaben zufolge verletzt. Ein örtlicher Behördenvertreter sagte, zudem seien fünf al-Qaida-Kämpfer getötet und vier weitere verletzt worden.

Luftangriffe im Osten des Landes

Im Osten Sindschibars kamen am Freitag zudem bei einem Luftangriff der Armee und Auseinandersetzungen mit Aufständischen 29 Stammesangehörige ums Leben, wie es von örtlichen Quellen hiess. Dutzende seien verletzt worden und mehrere weitere würden noch vermisst. Einem ranghohen Sicherheitsbeamten zufolge waren etwa 200 Stammesangehörige auf dem Weg nach Sindschibar als sie mit al-Qaida-Kämpfern zusammenstiessen. Die Stammesangehörigen wurden dann nach eigenen Angaben in ein von den Aufständischen kontrolliertes Regierungsgebäude gedrängt, das anschliessend von der Armee bombardiert wurde.

Die Stammesangehörigen warfen der Armee vor, ein «Massaker» angerichtet zu haben. Der Sicherheitsbeamte erklärte jedoch, der Angriff habe sich gegen al-Qaida-Kämpfer und nicht gegen Zivilisten gerichtet. Diese seien «aus Versehen» getötet worden. Einem Arzt in einem von den Aufständischen kontrollierten nahegelegenen Krankenhaus zufolge kamen bei dem Angriff auch zwei al-Qaida-Mitglieder ums Leben. 14 weitere seien verletzt worden.

Armee gewinnt Unterstützung

Ende Mai hatten hunderte Kämpfer der Gruppe Partisanen der Scharia, die Beziehungen zu al-Qaida unterhalten soll, die Kontrolle über Sindschibar übernommen und zahlreiche Einwohner in die Flucht getrieben. Seitdem gewann die Armee unterstützt von örtlichen Stammesvertretern aber an Terrain zurück. Kämpfer von al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) werden immer wieder für Anschläge auf jemenitische Sicherheitskräfte verantwortlich gemacht, die im Süden und im Osten des Landes regelmässig verübt werden.

Die einflussreichen Stämme im Jemen schlossen sich unterdessen zu einer Koalition gegen Präsident Saleh zusammen, der sich seit knapp zwei Monaten in Saudiarabien aufhält und gegen den seit Monaten landesweit protestiert wird. Die Koalition unterstütze das Ziel eines Sturzes der Regierung, heisst es in einer am Samstag vorgestellten Erklärung des Bündnisses. Nach dem «Sieg der Revolution» wolle die Koalition beim Aufbau eines modernen Staates helfen.

sda/dapd/wid

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