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Saleh bleibt in Saudiarabien

Der jemenitische Präsident werde vorerst nicht in seine Heimat zurückkehren, heisst es aus Riad. Die USA sprechen derweil von einer baldigen Machtübergabe.

Hält aus der Ferne an der Macht fest: Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh in seinem Haus in Riad.
Hält aus der Ferne an der Macht fest: Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh in seinem Haus in Riad.
Keystone

Ali Abdullah Saleh werde in der saudiarabischen Hauptstadt Riad bleiben, erklärten Gewährsleute. Dort erholt er sich derzeit von schweren Verletzungen, die er bei einem Angriff auf seinen Regierungssitz im Juni erlitt. Das US-Aussenministerium hatte zuvor noch erklärt, Saleh könne innerhalb einer Woche eine Machtübergabe an seinen Stellvertreter unterzeichnen.

Mindestens 14 Menschen sind offiziellen Angaben zufolge am Donnerstag bei Kämpfen um die von Extremisten besetzte Provinzhauptstadt Zinjibar im Süden Jemens getötet worden. Er habe nach den bis Mittwoch anhaltenden Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den mit al-Qaida verbündeten Islamisten zwölf Extremisten und zwei Zivilpersonen begraben, sagte ein Bestatter aus der Hauptstadt der Provinz Abyan.

Der Vorstoss der al-Qaida

Explosionen und Schusswechsel wurden in der Nacht zu Donnerstag aus einem Viertel der Hauptstadt Sanaa gemeldet, in dem der Anführer eines Stammes lebt, der gegen Präsident Ali Abdullah Saleh rebelliert. Zunächst gab es keine Informationen über Opfer. In der Hafenstadt Aden explodierten Berichten zufolge drei Sprengsätze in der Nähe einer Polizeiwache und eines Geheimdienstbüros. Über Opfer wurde auch hier zunächst nichts bekannt.

Nach Beginn der Proteste gegen Präsident Saleh im Februar und den anschliessenden Unruhen haben mit al-Qaida verbündete Extremisten im Süden des Landes die Kontrolle über mehrere Städte, einschliesslich der Provinzhauptstadt Zinjibar, übernommen. In den vergangenen Wochen unternahmen die Streitkräfte mehrere Offensiven, um die Städte zurückzuerobern. Trotz schwerer Kämpfe konnten die Extremisten ihre Stellungen weitgehend behaupten.

Spiel mit der Angst

Saleh verkündete während der Proteste gegen seine seit 33 Jahren andauernde Herrschaft, sollte er abtreten, würde die al-Qaida die Macht im Land übernehmen. Teile der Opposition beschuldigen Saleh, seine Truppen während der Unruhen aus dem Süden zurückgezogen zu haben, um seiner Behauptung Nachdruck zu verleihen. Saleh teilte aus Riad mit, die USA und Saudiarabien würden seine Bemühungen zur Rückeroberung der Städte unterstützen.

Zwei rivalisierende Einheiten bemühen sich um die Befreiung von Zinjibar. Eine wird von einem General kommandiert, der Präsident Saleh die Gefolgschaft aufgekündigt hat, die andere steht weiter im Dienst der Regierung. Die von dem rebellierenden General geführte Einheit meldete Anfang der Woche, sie habe Teile der Provinzhauptstadt eingenommen. Die Regierung berichtete, die ganze Stadt sei befreit. Wenige Tage später griffen die Extremisten dort allerdings wieder an und bewiesen damit, dass sie sich noch immer dort aufhalten.

Extremisten kämpfen weiter

Die Verhandlungen mit den Extremisten über ihren Abzug stecken in einer Sackgasse, wie aus Militärkreisen bekannt wurde. Den Extremisten sei sicheres Geleit angeboten worden, wenn sie sich zurückziehen, sagte der Offizier Hussein Beleidi der Nachrichtenagentur AP. Sie hätten aber abgelehnt. «Sie sagten, sie würden es vorziehen zu kämpfen und als Märtyrer zu sterben, als zu kapitulieren», sagte Beleidi.

dapd/jak

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