Sabotage an Tankern: Lage am Persischen Golf spitzt sich zu

Vor der Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate hat es offenbar Sabotageversuche gegen vier kommerzielle Handelsschiffe gegeben.

Die Spannung in der Region wächst: Schiffe sollen vor der Küste des Emirats Fujairah angegriffen worden sein.

Die Spannung in der Region wächst: Schiffe sollen vor der Küste des Emirats Fujairah angegriffen worden sein.

(Bild: Keystone)

Der Iran hat Meldungen über «Sabotageakte» gegen vier Handelsschiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate als «alarmierend» bezeichnet. Der Sprecher des iranischen Aussenamts, Abbas Moussavi, fordert am Montag eine Untersuchung, die Klarheit über die Tragweite der Attacken bringen müsse. Zugleich warnte er vor «Abenteurertum ausländischer Akteure». Solche Vorfälle hätten «negative» Auswirkungen auf die Schifffahrt im Golf.

Die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudiarabien hatten zuvor «Sabotageakte» gegen vier Handelsschiffe vor der Golfküste der Emirate gemeldet. «Vier kommerzielle, zivile Handelsschiffe unterschiedlicher Nationalitäten» seien am Sonntagmorgen «Sabotageakten» vor der Küste des Emirats Fujairah im Nordosten des Landes ausgesetzt gewesen, teilte das Aussenministerium in Abu Dhabi mit. Das Ministerium machte keine näheren Angaben zur Art der Vorfälle.

Nach Angaben Riads stammten zwei der attackierten Schiffe aus Saudiarabien. Die beiden Öltanker seien bei dem «Sabotageakt» erheblich beschädigt worden, sagte Energieminister Khalid al-Falih der Nachrichtenagentur SPA. Die Besatzung der Schiffe sei unverletzt geblieben.

Raketenabwehr, Flugzeugträger, Langstreckenbomber

Die Lage in der Region ist derzeit äusserst angespannt. Die USA verstärkten zuletzt ihre Militärpräsenz im Nahen Osten. Am Freitag kündigte Washington an, das Kriegsschiff USS Arlington und ein Raketenabwehrsystem des Typs Patriot in die Region zu verlegen. Einige Tage zuvor waren bereits der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und mehrere B-52-Langstreckenbomber dorthin geschickt worden.

Die US-Regierung reagierte mit der verstärkten militärischen Präsenz nach eigenen Angaben auf «Hinweise erhöhter iranischer Bereitschaft zu Angriffseinsätzen gegen US-Truppen und unsere Interessen». Genauere Angaben wurden nicht gemacht.

Der Iran hatte vor wenigen Tagen angekündigt, einige Auflagen aus dem Atomabkommen von 2015 nicht mehr einzuhalten. Die USA verhängten kurz darauf neue Sanktionen gegen die iranische Wirtschaft. Vor einem Jahr war Washington einseitig aus dem Abkommen ausgestiegen, das Teheran am Bau von Atomwaffen hindern soll.

afp/red

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