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Protest gegen Pädophilen-Begnadigung gewaltsam aufgelöst

Marokkos König hat 1044 Häftlinge begnadigt, darunter einen spanischen Kinderschänder. Tausende Menschen protestierten dagegen. Die Polizei schlug eine Kundgebung brutal nieder.

Die Polizei schlug mit Knüppeln auf Demonstranten ein: Ein Polizist schlägt in Rabat einen Mann. (2. August 2013)
Die Polizei schlug mit Knüppeln auf Demonstranten ein: Ein Polizist schlägt in Rabat einen Mann. (2. August 2013)

Die Behörden in Marokko haben Protest gegen eine königliche Begnadigung nicht geduldet und eine Kundgebung aufgelöst. Dabei seien in der Nacht auf heute vor dem Parlament in Rabat Dutzende Menschen verletzt worden, berichteten das Nachrichtenportal Afrik und andere Medien. Auch Journalisten seien ins Spital gebracht worden.

In anderen Städten des nordafrikanischen Landes gab es am Freitagabend ebenfalls Proteste gegen die Begnadigung des in Marokko zu 30 Jahren Haft verurteilten Kinderschänders Daniel Fino Galván. König Mohammed VI. hatte die Freilassung des 64-jährigen Pädophilen Anfang der Woche angeordnet. Anlass war eine Amnestie für insgesamt 1044 Menschen anlässlich des 14. Jahrestags seiner Thronbesteigung.

König Juan Carlos bat um «Akt der Freundschaft»

Fino Galván war vor eineinhalb Jahren wegen Vergewaltigung von elf Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 4 und 15 Jahren verurteilt worden und sass in der Hafenstadt Kenitra hinter Gittern. Er ist seit Mittwoch amtlichen Angaben zufolge wieder auf freiem Fuss und soll inzwischen nach Spanien ausgereist sein.

Neben dem Pädophilen wurden weitere 47 Spanier amnestiert, nachdem der spanische König Juan Carlos bei einem Besuch in Rabat Mitte Juli um einen entsprechenden «Akt der Freundschaft» gebeten hatte. Nachdem die Empörung in Marokko in den vergangenen Tagen immer grösser geworden war, hatte das Aussenministerium in Madrid betont, die Liste der Betreffenden sei von den marokkanischen Behörden zusammengestellt worden.

SDA/rub

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