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Präsident und Rebellen einigen sich im Jemen

In Jemen haben Präsident Abd Rabbuh Mansur al-Hadi und die schiitische Houthi-Miliz eine Einigung erzielt.

pst
Feuer einstellen: Die Huthi-Rebellen konnten ihre Kontrolle im Jemen ausweiten. Es wird vermutet, dass der Iran die schiitische Gruppierung unterstützt.
Feuer einstellen: Die Huthi-Rebellen konnten ihre Kontrolle im Jemen ausweiten. Es wird vermutet, dass der Iran die schiitische Gruppierung unterstützt.
Reuters

Der monatelange Machtkampf im Jemen ist weiter eskaliert. Schiitische Huthi-Rebellen hielten Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zeitweise gefangen. Am Abend meldete die staatliche Nachrichtenagentur Saba dann: Hadi und die Huthis hätten sich auf ein Ende der Gewalt geeinigt. Dafür sei der Präsident auf Forderungen eingegangen, den Huthis mehr Einfluss im Parlament und in staatlichen Institutionen zu gewähren. Auch nach der Abmachung ist unklar, wie viel Macht Hadi noch hat und wer das Land kontrolliert.

Mitarbeiter des Präsidenten hatten am Mittwoch erklärt, Hadi stehe durch die Belagerung seiner Residenz faktisch unter Hausarrest. Die nun getroffene Vereinbarung sieht laut Saba vor, dass die Rebellen von der Residenz und vom Präsidentenpalast abziehen. Zudem sollte ein von den Huthis gefangen genommener Berater Hadis freigelassen werden. Im Gegenzug werden den Rebellen eine Verfassungsänderung und mehr Macht in Aussicht gestellt.

Kontrolle über Hauptstadt ausgeweitet

In den vergangenen zwei Tagen hatte es schwere Kämpfe gegeben, bei denen die Huthis ihre Kontrolle über die Hauptstadt Sanaa ausweiteten. Sie besetzten auch einen Stützpunkt oberhalb der Hauptstadt, in dem ballistische Raketen stationiert sind. Die regierungstreuen Behörden schlossen den Flughafen von Aden.

Hadis Vorgänger, der 2011 abgesetzte Autokrat Abdullah Salih, forderte Hadi zu vorgezogenen Parlaments- und Präsidentenwahlen auf. Salih ist wie die meisten Rebellen Mitglied der schiitischen Sekte der Saiditen.

Rebellenführer Abdel-Malek Al-Huthi hatte am Dienstag in einer Fernsehansprache die Neubildung der Verfassungskommission und eine grössere Beteiligung der Schiiten verlangt. Einer seiner Berater sagte, konkret gehe es um den Posten des Vizepräsidenten. Eine neun Seiten lange Liste mit Forderungen nach hohen Ämtern sei vorgelegt worden, sagte der Gewährsmann.

Unterstützung des Irans?

Die Huthis sind Anhänger der schiitischen Sekte der Saiditen, die überwiegend im Norden Jemens leben. Sie stellen ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Die Mehrheit der Jemeniten sind dagegen Sunniten, auch Präsident Hadi. Es wird vermutet, dass die Rebellen die Unterstützung der schiitischen Regionalmacht Iran haben, sie bestreiten das aber.

Der Weltsicherheitsrat rief angesichts der Kämpfe in Sanaa zu einer dauerhaften Waffenruhe auf. In einer Dringlichkeitssitzung erklärten alle 15 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums am Dienstag, dass Hadi «die rechtmässige Autorität»habe und alle Parteien in dem bitterarmen arabischen Land ihn und seine Regierung unterstützen müssten, um für Sicherheit und Stabilität zu sorgen.

Jemen leidet seit dem Arabischen Frühling unter Unruhen und Konflikten. Die Huthis hatten vergangenes Jahr Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht, darunter auch Sanaa.

(SDA)

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