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Opferzahl der Hadsch-Katastrophe viel höher als gedacht

Nach offiziellen Angaben sind während der muslimischen Pilgerfahrt rund 800 Menschen bei einer Massenpanik gestorben. Die tatsächliche Zahl dürfte ein Mehrfaches davon sein.

Die Panik während der islamischen Pilgerfahrt forderte über 2000 Opfer: Pilger zirkulieren um die Kaaba. (Archivbild)
Die Panik während der islamischen Pilgerfahrt forderte über 2000 Opfer: Pilger zirkulieren um die Kaaba. (Archivbild)
AP/Mosa'ab Elshamy

Die Zahl der Toten bei der Massenpanik von Pilgern in Saudiarabien vor zweieinhalb Monaten ist nach der neuesten Zählung der Nachrichtenagentur AP auf 2411 gestiegen. Die am Donnerstag veröffentlichte AP-Recherche bezieht sich auf Zahlen aus staatlichen Medien und Regierungsangaben der Länder, aus denen die Pilger zum Hadsch nach Saudiarabien kamen. Danach ist die Katastrophe die schlimmste in der Geschichte der muslimischen Pilgerfahrt.

Die AP-Zählung ist mittlerweile mehr als dreimal so hoch wie die offiziellen Angaben Saudi-Arabiens. Saudiarabien hat seine Opferzahlen seit dem 26. September nicht mehr aktualisiert. Die Regierung spricht immer noch von 769 Toten und 934 Verletzten. Kritik aus dem Iran an der Aufklärungsarbeit wies Saudiarabien zurück. König Salman befahl zwar eine Untersuchung der Tragödie. Es wurden seitdem allerdings kaum Details bekannt. Weiter gelten Hunderte von Pilgern als vermisst. Zu dem Unglück war es am 24. September bei einem Ritual in Mina in der Nähe von Mekka gekommen.

Die AP hat bislang Daten aus 36 der mehr als 180 Länder zusammen getragen, aus denen Pilger zum Hadsch gereist waren. Die meisten Opfer kamen demnach mit 464 aus dem Iran. Mali meldete 305 Tote, Nigeria 274 und Ägypten 190. 1990 waren bei einer Massenpanik während des Hadsch 1426 Menschen ums Leben gekommen.

SDA/ofi

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