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«Nicht wir, sondern ihr habt versagt»

Der Türkei wird häufig vorgeworfen, nichts gegen die Terrormiliz IS zu tun. Das Land schlägt jetzt zurück: Präsident Erdogan beschuldigte bei seinem Auftritt vor der UNO-Vollversammlung den Sicherheitsrat.

«Die Welt ist grösser als diese fünf»: Der türkische Präsident  Recep Tayyip Erdogan übt in New York Kritik am UNO-Sicherheitsrat, insbesondere an den fünf Vetomächten USA, Russland, China, Grossbritannien und Frankreich. (24. September 2014)
«Die Welt ist grösser als diese fünf»: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan übt in New York Kritik am UNO-Sicherheitsrat, insbesondere an den fünf Vetomächten USA, Russland, China, Grossbritannien und Frankreich. (24. September 2014)
Seth Wenig, Keystone
Erdogan wies in seiner Ansprache vor der UNO-Vollversammlung die Anschuldigungen gegen sein Land zurück, man habe zu wenig gegen den Zustrom von Terroristen nach Syrien und in den Irak unternommen.
Erdogan wies in seiner Ansprache vor der UNO-Vollversammlung die Anschuldigungen gegen sein Land zurück, man habe zu wenig gegen den Zustrom von Terroristen nach Syrien und in den Irak unternommen.
Lucas Jackson, Reuters
Die Vereinten Nationen als internationale Gemeinschaft sollten weltweite Probleme «mutiger» angehen, forderte Erdogan.
Die Vereinten Nationen als internationale Gemeinschaft sollten weltweite Probleme «mutiger» angehen, forderte Erdogan.
Jason DeCrow, Keystone
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat dem Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen Versagen in mehreren weltweiten Krisen vorgeworfen und sein Land als Einzelkämpfer gegen die IS-Terrormiliz dargestellt. Er sagte am Mittwoch vor der UNO-Vollversammlung in New York, die Weltgemeinschaft habe es wiederholt verpasst, tätig zu werden, wenn es notwendig gewesen sei. Gleichzeitig erklärte Erdogan, sein Land spiele eine führende Rolle im Kampf gegen den Terrorismus.

Dabei stehe der Rest der Welt seinem Land nicht zur Seite, sagte Erdogan. «Dieser Kampf kann nicht ausschliesslich von der Türkei geführt werden.» Man könne den Strom von ausländischen Kämpfern, die sich der Terrorgruppe Islamischer Staat anschliessen, nur stoppen, wenn Partnerländer ähnliche Bemühungen wie die Türkei an den Tag legten.

«Türkei ist Haupteingangstor für Terroristen»

Der syrische UNO-Botschafter Bashar Jaafari reagierte am Mittwoch auf die Worte Erdogans, indem er die Türkei als «Haupteingangstor für Terroristen nach Syrien und in den Irak» bezeichnete. Er sagte, Flughäfen in der Türkei, Katar und Saudiarabien seien «Empfangshallen» für Extremisten, bevor sie illegal nach Syrien kämen.

Erdogan hatte vor der UNO-Vollversammlung die Ineffektivität der Weltgemeinschaft kritisiert. Er nannte als Beispiel den Syrischen Bürgerkrieg mit mehr als 200'000 Toten sowie den jüngsten Krieg zwischen Israelis und radikalen Palästinensern im Gazastreifen mit mehr als 2000 Todesopfern.

«Die Welt ist grösser als diese fünf», sagte Erdogan an die fünf ständigen Ratsmitglieder Frankreich, Grossbritannien, USA, China und Russland gerichtet. Die Vereinten Nationen als internationale Gemeinschaft sollten weltweite Probleme «mutiger» angehen.

Erdogan kritisiert Ägyptens Präsidenten

Zudem richtete sich Erdogans Kritik an Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, der kurz vor ihm vor der Vollversammlung gesprochen hatte. Dieser sei nur durch einen Putsch an die Macht gekommen, als der islamische Präsident Mohammed Mursi gestürzt worden sei.

«Wir sollten die Wahl der Menschen an den Wahlurnen respektieren. Wenn wir einen Putsch unterstützen (...) wieso gibt es dann die Vereinten Nationen überhaupt?», sagte Erdogan. Die Türkei hatte in einem engen Bündnis mit Mursi gestanden.

AP/rub

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