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Neue Hilfskonvois auf dem Weg in syrische Hungerstädte

Die belagerten syrischen Städte Madaja, Fua und Kafraja werden weiter mit Nahrungsmitteln und Medikamenten beliefert. Auch Ärzte-Teams sind auf dem Weg.

Auf dem Weg ins syrische Madaja: mehrere Fahrzeuge, die Hilfsgüter geladen haben. (14. Januar 2016)
Auf dem Weg ins syrische Madaja: mehrere Fahrzeuge, die Hilfsgüter geladen haben. (14. Januar 2016)
Youssef Badawi, Keystone

Zwei Hilfskonvois haben sich am Donnerstag auf den Weg in belagerte Städte in Syrien gemacht. 44 Lastwagen waren von Damaskus aus unterwegs in das von syrischen Truppen umzingelte Madaja. 17 Lastwagen fuhren in die von Rebellen belagerten Städte Fua und Kafraja.

Dies teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mit. Die Lastwagen hatten Nahrungsmittel und Medikamente geladen, auch medizinische Teams befanden sich in dem Konvoi. IKRK-Sprecher Pawel Krzysiek bezeichnete die Lieferung von Mehl und Hygieneartikeln als «Priorität».

28 Hungertote in Madaja

Linda Tom, Sprecherin des UNO-Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA), sagte, es sei besonders wichtig, dass Ärzte nach Madaja kämen, um dort die besonders Hilfsbedürftigen zu untersuchen. In den kommenden Tagen solle es noch einmal Hilfskonvois in die drei Städte geben.

Nach monatelangem Warten hatte am Montag erstmals ein Hilfskonvoi die hungernden Menschen in Madaja, Fua und Kafraja erreicht. Helfer berichteten von massiver Unterernährung unter der Bevölkerung und bezeichneten die humanitäre Lage als «katastrophal».

Madaja liegt in der Provinz Damaskus an der Grenze zum Libanon, die mehrheitlich von Schiiten bewohnten Städte Fua und Kafraja befinden sich in der nordwestlichen Provinz Idlib. Nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen verhungerten seit Anfang Dezember allein in Madaja 28 Menschen.

Medizinische Versorgung

Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Syrien, Yacoub El Hillo, sagte, Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO führten «direkte Gespräche» mit den syrischen Behörden über die Möglichkeit, Menschen aus Madaja zu bringen, die dringend im Krankenhaus behandelt werden müssten. Bislang sei ein besonders behandlungsbedürftiges achtjähriges Mädchen zusammen mit seinen Eltern in die Hauptstadt Damaskus gebracht worden.

Ab dem 25. Januar sollen sich Vertreter des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad und seiner Gegner zu Gesprächen über eine Beilegung des jahrelangen Konflikts in Genf treffen. Ob und in welcher Form die Verhandlungen stattfinden, ist aber noch ungewiss.

sda/AFP/mlr

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