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Netanyahu will Obama auf «rote Linie» verpflichten

«Alle Optionen liegen auf dem Tisch»: Diese Aussage Barack Obamas zum Atomstreit mit dem Iran genügt Israel nicht. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu verlangt von den USA die volle Rückendeckung im Falle eines Erstschlages.

Uneinigkeit im Atomstreit: Benjamin Netanyahu (links) und sein westlicher Verbündeter Barack Obama.
Uneinigkeit im Atomstreit: Benjamin Netanyahu (links) und sein westlicher Verbündeter Barack Obama.
Keystone

Gestern noch liess die israelische Regierung verlauten, man würde die USA im Falle eines Angriffs auf Irans Atomanlagen nicht vorgängig informieren. Dies, um die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass die USA anschliessend verantwortlich gemacht würden, schrieb die Nachrichtenagentur AP.

Israel würde den USA zwar Informationen vorenthalten. Wenn es aber tatsächlich zu einer Eskalation zwischen den Erzfeinden im Nahen Osten kommen sollte, verlangt der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu die volle Rückendeckung seiner westlichen Freunde. Dies berichtet heute das israelische Nachrichtenportal Haaretz.com, das sich auf die Informationen eines hochrangigen, jedoch namentlich nicht genannten Kabinettmitgliedes stützt.

Obama: «Alle Optionen liegen auf dem Tisch»

Netanyahu reist demnach in der nächsten Woche mit einer hochrangigen Delegation nach Washington, um für eine militärische Unterstützung der Regierung Obama zu weibeln. Israel spricht von einer sogenannten «roten Linie». Sobald diese überschritten sei, müssten die US-Truppen ihren Freunden zu Hilfe eilen. Obama liess letzte Woche verlauten: «Alle Optionen liegen auf dem Tisch.» Dies ist Israel offensichtlich nicht genug; es verlangt eine öffentliche Stellungnahme.

Das Verhältnis zwischen Israel und den USA wurde durch den drohenden Krieg mit dem Iran in Mitleidenschaft gezogen. Die USA möchten einen Militärschlag möglichst verhindern, da sie die Konsequenzen eines solchen Vorgehens als «schwer kalkulierbar» erachten. Das Weisse Haus befürchtet geheime Terrorattacken gegen US-Truppen in Afghanistan oder Anschläge auf Ölanlagen im Persischen Golf.

Israel fürchtet, dass der Iran «Zone der Immunität» erreicht

Israel fürchtet andererseits, dass ihm im Kampf gegen den Iran die Zeit davonläuft, sollte es nicht bald zu einem Luftschlag kommen. Gemäss Israels Verteidigungsminister Ehud Barak werde der Iran in wenigen Monaten die «Zone der Immunität» erreichen. Sprich, dass das Atomprogramm dann gegen Luftangriffe weitgehend geschützt sei.

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