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Nato versenkt Boot mit Ghadhafi-Soldaten

Es wird eng für Ghadhafi: Nato-Jets haben vor der Küste Sawijas ein Boot mit libyschen Soldaten beschossen. Das Militärbündnis flog am Morgen auch mehrere Luftangriffe auf Ziele in Tripolis.

Ghadhafis Soldaten greifen auch vom Meer her an: Küste vor der Rebellenhochburg Benghazi (18. August 2011).
Ghadhafis Soldaten greifen auch vom Meer her an: Küste vor der Rebellenhochburg Benghazi (18. August 2011).
Keystone

Nato-Kampfflugzeuge haben vor der Küste Libyens ein Boot mit Soldaten von Machthaber Muammar al-Ghadhafi an Bord angegriffen. Wie das Militärbündnis mitteilt, wurde das Schiff in der Nähe der umkämpften Hafenstadt Sawija angegriffen. Die Soldaten seien eine Bedrohung für Zivilisten gewesen, hiess es in Brüssel zur Begründung.

Nach dem Angriff auf das Schiff seien mehrere schwimmende Soldaten gesichtet worden, sagte ein Nato-Sprecher. Sie seien in Richtung einer Boje geschwommen. Eine Rettungsaktion sei eingeleitet worden.

Sieben Detonationen

Den Rebellen gelang es nach eigenen Angaben in Sawija, die letzte funktionierende Raffinerie des Landes zu erobern.

Auch die libysche Hauptstadt Tripolis wurde am frühen Morgen offenbar wieder von Nato-Kampfflugzeugen angegriffen. Es waren mehrere Explosionen aus der Gegend um die wichtigste Residenz von Machthaber Ghadhafi zu hören. In einem Hotel, in dem ausländische Journalisten untergebracht sind, waren sieben Detonationen zu spüren. Nato-Kampfflugzeuge kreisten über dem Anwesen. Berichten von Anwohnern zufolge wurde ausserdem die Strasse vom Flughafen in die Stadt von drei Einschlägen getroffen.

Tausende Einwanderer wollen flüchten

Angesichts der Kämpfe von Regierungstruppen mit den vorrückenden Rebellen wollen tausende Einwanderer und Gastarbeiter Tripolis verlassen. Es gebe tausende Ägypter, die ausreisen möchten.

Aus der Stadt sei aber zu hören, dass es auch von Staatsangehörigen anderer Länder «jeden Tag mehr und mehr Bitten» um Ausreise gebe. Vor allem handle es sich um Afrikaner, sagte eine Sprecherin der Internationalen Organisation für Migration (IOM) am Freitag in Genf.

Alternative Evakuierungspläne

Über Land könnten die Menschen die Stadt nicht mehr verlassen, sagte IOM-Sprecherin Jemini Pandya. Denn nun sei auch der Weg nach Westen Richtung Tunesien durch die Kämpfe der Regierungstruppen mit den Aufständischen versperrt.

Die IOM bereitet der Sprecherin zufolge nun alternative Evakuierungspläne vor, die so schnell wie möglich vorliegen sollten. Wahrscheinlich werde versucht werden, die Menschen über den Seeweg aus Tripolis zu bringen, sagte Pandya.

Den IOM-Angaben zufolge haben seit dem Beginn des Libyen-Konflikts mehr als 600'000 Ausländer das nordafrikanische Land verlassen. Wie viele Migranten sich derzeit in Tripolis befinden, ist unklar.

AFP/kpn

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