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Nach 25 Jahren: Israel räumt Tötung von Arafats Vize ein

Abu Jihad, die Nummer zwei der PLO, wurde 1988 getötet. Israel hat nun ein Interview freigegeben, in dem ein Soldat die Verantwortung für die Tötung übernimmt. An der Aktion waren auch zwei Politiker beteiligt.

Soll 1987 die erste Intifada organisiert haben: Arafat-Stellvertreter Abu Jihad. (Archivbild)
Soll 1987 die erste Intifada organisiert haben: Arafat-Stellvertreter Abu Jihad. (Archivbild)
Keystone

Nach fast 25-jährigem Schweigen hat Israel die Tötung des Arafat-Stellvertreters Abu Jihad bei einem Angriff in Tunesien eingeräumt. Abu Jihad, der eigentlich Khalil al-Wasir hiess, gründete mit Yassir Arafat die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO). Israel warf ihm eine Serie tödlicher Anschläge vor, darunter ein Angriff auf einen Bus 1978, bei dem 38 Israelis getötet wurden. Ende 1987 soll er die erste Intifada, den ersten Aufstand der Palästinenser in den besetzten Gebieten, organisiert haben. Die Kommandoaktion vom Mittelmeer erfolgte 1988.

Die Militärzensur erlaubte erst jetzt der Zeitung «Jediot Ahronot» ihre Recherchen zu dem Fall zu veröffentlichen, darunter ein Interview mit dem Kommandosoldaten, der Abu Jihad in Tunesien erschoss und der 2000 bei einem Motorradunfall starb. «Ich habe ihn mit einem langen Feuerstoss getötet», zitierte die Zeitung Nahum Lev. «Ich habe aufgepasst, dass ich seine Frau nicht verletze, die da auftauchte. Abu Jihad war in furchtbare Akte gegen Zivilisten verwickelt. Er war ein Todeskandidat. Ich erschoss ihn ohne Zögern.»

Israelische Persönlichkeiten beteiligt

An der Aktion waren zwei israelische Persönlichkeiten beteiligt, die heute Regierungsmitglieder sind: Verteidigungsminister Ehud Barak, der damals stellvertretender Streitkräftechef war, und der stellvertretende Ministerpräsident Mosche Jaalon, damals Leiter der Einheit Sajeret Matkal. Beide wollten sich nicht zu dem Bericht äussern.

Die Nachrichtenagentur AP wies darauf hin, dass auch ihr Bericht der Militärzensur vorgelegt werden musste. Die habe beträchtliche Streichungen angeordnet, hiess es.

dapd/kpn

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