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Mugabe-Partei nach ersten Ergebnissen klar in Führung

Zimbabwe steuert auf einen Konflikt zu. Herrscher Robert Mugabe lässt sich zum Wahlsieger ausrufen. Sein Herausforderer Morgan Tsvangirai widerspricht und erklärt die Wahl für «null und nichtig».

Lässt sich bereits feiern: Der langjährige Machthaber Zimbabwes, Robert Mugabe . (Archivbild)
Lässt sich bereits feiern: Der langjährige Machthaber Zimbabwes, Robert Mugabe . (Archivbild)
Reuters

Nach den Wahlen in Zimbabwe liegt die Partei des langjährigen Machthabers Robert Mugabe ersten Auszählungsergebnissen zufolge deutlich in Führung. Laut den bis Donnerstagabend vorliegenden offiziellen Zahlen konnte die Regierungspartei ZANU-PF 25 der 28 schon vergebenen Parlamentssitze für sich gewinnen.

Insgesamt sind 210 Mandate zu verteilen. Aus Parteikreisen hiess es, neben der Parlamentswahl habe Mugabe auch die Abstimmung über den künftigen Präsidenten des Landes für sich entschieden.

Der simbabwische Ministerpräsident Morgan Tsvangirai hat die Präsidentschafts- und Parlamentswahl vom Mittwoch nach Vorwürfen von massivem Wahlbetrug für «null und nichtig» erklärt. Die Abstimmung sei stark manipuliert gewesen und habe weder regionalen noch afrikanischen Wahlstandards entsprochen, sagte der langjährige Rivale von Präsident Robert Mugabe am Donnerstag.

Bereits veröffentlichten Ergebnislisten zufolge gewann Mugabe etwa in dem Bezirk Mbare, einer Hochburg von Tsvangirais Bewegung für den Demokratischen Wandel in Harare. In der Hauptstadt waren aus Sorge vor Gewalt nach der Wahl zusätzliche Polizisten im Einsatz. Die Sicherheitskräfte in Zimbabwe unterstützen Mugabe und seine Partei.

Bis zu einer Million Wähler nicht auf Listen

So «wird das Land in eine Krise stürzen», sagte der 61-jährige Tsvangirai. Er habe seine Bedenken der Afrikanischen Union (AU) und der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC übermittelt. Die AU erklärte jedoch, die Wahl sei ohne grössere Unregelmässigkeiten verlaufen.

Eine Wahlbeobachtergruppe aus Zimbabwe prangerte hingegen eine «grosse Bandbreite an Problemen» an. Unter anderem hätten bis zu einer Million Wähler nicht auf den Wählerlisten gestanden und seien abgewiesen worden. Das «Zimbabwe-Netzwerk zur Unterstützung der Wahl» (ZESN) ist eine Dachorganisation verschiedener Bürgerrechtsgruppen und hatte bei der Wahl am Mittwoch 7000 Wahlbeobachter im ganzen Land.

Mugabe lässt sich zum Sieger ausrufen

Der seit 33 Jahren regierende Staatschef Robert Mugabe hatte sich am Donnerstag zum Sieger ausrufen lassen. «Wir haben überzeugend gewonnen», sagte ein ranghohes Mitglied seiner Regierungspartei ZANU-PF der Nachrichtenagentur AFP. Die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) von Tsvangirai, sei «geschlagen» worden.

Rund 6,4 Millionen Bürger des südafrikanischen Landes waren am Mittwoch aufgerufen, einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament zu wählen. Tsvangirai trat bereits zum vierten Mal bei einer Präsidentschaftswahl gegen Mugabe an. 2008 hatte er nach Runde eins deutlich vorn gelegen, woraufhin blutige Angriffe gegen seine Anhänger begannen und er seine Kandidatur zurückziehen musste.

Mugabe regiert das Land seit der Unabhängigkeit von Grossbritannien ununterbrochen. Durch die systematische Enteignung von Weissen und zahlreiche andere Massnahmen bescherte er dem Land einen rasanten wirtschaftlichen Niedergang. Die offiziellen Ergebnisse der Wahlen werden erst für Montag erwartet.

sda/AP/AFP/rub/chk

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