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Mehr als Tausend Häftlinge brechen aus libyschem Gefängnis aus

Ein unruhiger Tag für Libyen: Nach Protesten gegen die Muslimbruderschaft wegen der Ermordung eines Anwalts ist es in Benghasi zu einem Massenausbruch aus einem Gefängnis gekommen.

Protestieren gegen die Ermordung eines prominenten Anwalts und Politikers: Libyer in Benghasi. (27. Juli 2013)
Protestieren gegen die Ermordung eines prominenten Anwalts und Politikers: Libyer in Benghasi. (27. Juli 2013)
Esam al-Fetori, Reuters
Der getötete spielte eine wichtige Rolle bei der libyschen Revolution und setzte sich nun gegen die Islamisten ein: Tausende kommen an seine Beerdigung in Benghasi. (27. Juli 2013)
Der getötete spielte eine wichtige Rolle bei der libyschen Revolution und setzte sich nun gegen die Islamisten ein: Tausende kommen an seine Beerdigung in Benghasi. (27. Juli 2013)
Esam al-Fetori, Reuters
Später wurde auch das Büro der regierenden Allianz Nationaler Kräfte geplündert. Den beiden Parteien wird vorgeworfen, eigene Milizen zur gewaltsamen Durchsetzung ihrer Interessen zu unterhalten
Später wurde auch das Büro der regierenden Allianz Nationaler Kräfte geplündert. Den beiden Parteien wird vorgeworfen, eigene Milizen zur gewaltsamen Durchsetzung ihrer Interessen zu unterhalten
Esam al-Fetori, Reuters
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Bei einem Massenausbruch aus einem libyschen Gefängnis nahe Benghasi sind nach Behördenangaben mehr als 1000 Insassen entkommen. Die Gefangenen flüchteten aus der Haftanstalt al-Kweifija, wie Ministerpräsident Ali Zidan auf einer Pressekonferenz bestätigte. Anwohner haben nach seinen Worten den revoltierenden Gefangenen geholfen.

Zidan sagte, Dutzende Anwohner hätten das Gefängnis «angegriffen», weil sie keine Haftanstalt in ihrer Nachbarschaft wollten. Zwar seien Sicherheitskräfte vor Ort gewesen, doch hätten diese Anweisung erhalten, keine Schusswaffen gegen die Zivilisten einzusetzen. «Also haben die Bürger den Gefangenen die Türen geöffnet», sagte Zidan.

Tumult ausgebrochen

Mohammed Hedshasi, ein Regierungsbeamter mit Sitz in Benghasi, sagte, nach der Massenflucht seien 18 Insassen wenig später festgenommen worden. Einige seien zudem freiwillig zurückgekehrt.

Nach seinen Worten haben zunächst drei Gefangene einen Ausbruchversuch unternommen. Als das Wachpersonal auf sie geschossen habe, sei der Tumult losgebrochen. Das Trio sei verletzt in eine Klinik gebracht worden. Aus Kreisen der Gefängnisleitung hiess es, die meisten Geflohenen seien wegen schwerer Verbrechen verurteilt.

Demonstrationen gegen Regierung

In Libyen ist die Sicherheitslage zurzeit sehr angespannt. Nach dem Mord an einem Spitzenpolitiker der Rebellenbewegung stürmten Demonstranten am Samstag in mehreren Städten die Büros von islamistischen Parteien. Dabei skandierten sie, ähnlich wie die Demonstranten im Nachbarland Ägypten, Parolen gegen die Muslimbruderschaft. Zunächst war unklar, ob die Gefängnisrevolte damit in einem direkten Zusammenhang stand.

Unbekannte Täter hatten am Freitag in Benghasi den Rechtsanwalt Abdul-Salam al-Musmari in seinem Auto erschossen. Er war einer der Anführer der Proteste gegen den Diktator Muammar al Ghadhafi im Jahr 2011, die schliesslich zu dessen Sturz führten. Zuletzt hatte al-Musmari die auch in Libyen äusserst einflussreiche islamistische Muslimbruderschaft öffentlich scharf angegriffen.

(AP)

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