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Libyen: Heftigstes Bombardement seit Kriegsbeginn

Bei Angriffen auf Tripolis sind in der Nacht nach Angaben der libyschen Regierung drei Menschen getötet und 150 verletzt worden. Die USA rufen derweil weitere Staaten zur Beteiligung an der Militäroperation auf.

Haben zwei weitere Städte eingenommen: Libysche Rebellen in der Stadt Sawija. (19. August 2011)
Haben zwei weitere Städte eingenommen: Libysche Rebellen in der Stadt Sawija. (19. August 2011)
Keystone
Dingfest gemacht: Rebellen haben in Sawija einen Heckenschützen der libyschen Armee festgenommen. (16. August 2011)
Dingfest gemacht: Rebellen haben in Sawija einen Heckenschützen der libyschen Armee festgenommen. (16. August 2011)
Keystone
Die Nato intensiviert ihre Angriffe: Die Bilder wurden von einem Jet der britischen Royal Air Force aufgenommen. (6. Mai 2011)
Die Nato intensiviert ihre Angriffe: Die Bilder wurden von einem Jet der britischen Royal Air Force aufgenommen. (6. Mai 2011)
Keystone
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Die Nato hat die bisher grösste Offensive auf die libysche Hauptstadt Tripolis gestartet und binnen einer halben Stunde mehr als 20 Luftangriffe geflogen. In rascher Folge waren Detonationen zu hören, beissender Rauch stieg über der Stadt auf, auch in der Nähe des Militärkomplexes Bab al Asisija, in dem sich eine Residenz von Machthaber Muammar al-Ghadhafi befindet. Regierungssprecher Mussa Ibrahim sagte, mindestens drei Menschen seien getötet und Dutzende verletzt worden.

Die Nato teilte mit, eine Reihe von Angriffen hätten einem dem Militärkomplex Bab al Asisija angeschlossenem Fahrzeugdepot gegolten. Es sei zur Versorgung von Regierungstruppen benutzt worden, die Angriffe auf Zivilisten durchgeführt hätten. Zunächst war unklar, ob ausser dem Depot weitere Ziele angegriffen wurden. Auch in weiterer Entfernung waren Explosionen zu hören.

Obama lädt Rebellen nach Washington ein

US-Präsident Barack Obama bot dem Nationalen Übergangsrat der libyschen Rebellen nach Angaben aus Diplomatenkreisen an, ein Büro in Washington zu eröffnen. Das teilte der für den Nahen Osten zuständige US-Ministerialdirektor Jeffrey Feltman am Dienstag bei einem Besuch in der libyschen Rebellenhochburg Bengasi mit. Der Übergangsrat sei die legitime Vertretung des libyschen Volkes, sagte Feltman. Er erkannte die grösste Oppositionsgruppe gegen Machthaber Mummar al-Ghadhafi allerdings nicht offiziell an. Mehrere Länder, darunter Frankreich, Italien, Katar und das westafrikanische Gambia, haben dies bereits getan. Auch Jordanien schloss sich an.

Verwirrung über Einsatz von Kampfhubschraubern

Verwirrung herrschte unterdessen über Berichte, wonach Frankreich und Grossbritannien sobald wie möglich Kampfhubschrauber in Libyen einsetzen wollen. Die britische Regierung erklärte am Dienstag, noch sei keine derartige Entscheidung getroffen worden. Der Staatsminister im Verteidigungsministerium Nick Harvey widersprach damit Aussagen des französischen Verteidigungsministers Gerard Longuet. Dieser hatte am Montagabend gesagt, sowohl Paris als auch London wollten sobald wie möglich Kampfhubschrauber gegen die Ghadhafis Truppen einsetzen.

Longuet sagte, mit den Hubschraubern sollten militärische Ziele wie Tankwagen oder Lastwagen mit Munition in dicht bevölkerten, städtischen Gebieten angegriffen werden, ohne dass dabei so viele Zivilpersonen gefährdet würden wie bei einem Luftangriff von Kampfflugzeugen. Auch der französische Aussenminister Alain Juppé bestätigte Berichte über die Entsendung französischer Kampfhubschrauber nach Libyen. Die Helikopter böten eine höhere Präzision, und ihr Einsatz sei von der UN-Resolution zum Schutz von Zivilpersonen gedeckt, sagte Juppé am Montag in Brüssel.

Clinton ruft weitere Nato-Staaten

US-Aussenministerin Hillary Clinton rief weitere Nato-Staaten dazu auf, sich an der Militäroperation in Libyen zu beteiligen. Zusätzliche militärische Unterstützung würde dabei helfen, den Druck auf das Regime des libyschen Machthabers Muammar al Ghadhafi zu erhöhen, sagte sie nach einem Treffen mit ihrem britischen Kollegen William Hague am Montag. «Wir würden es gerne sehen, wenn weitere unserer Nato-Freunde und Alliierten mitmachen würden, um sicherzustellen, dass der Druck beständig aufrechterhalten wird», sagte sie.

SDA/ dapd/pbe

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