Länder sollen inhaftierte IS-Kämpfer zurücknehmen

Hunderte ausländische Kämpfer aus Dutzenden Ländern sind in Haft. Die USA rufen die Herkunftsstaaten zur Rücknahme auf.

Ein IS-Kämpfer winkt mit einer Flagge der Terrororganisation aus einem erbeuteten Kampfflugzeug der syrischen Armee. (Archiv)

Ein IS-Kämpfer winkt mit einer Flagge der Terrororganisation aus einem erbeuteten Kampfflugzeug der syrischen Armee. (Archiv)

(Bild: Keystone)

Die US-Regierung ruft Herkunftsländer von ausländischen Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) dazu auf, ihre in Syrien gefangen genommenen Staatsbürger zurückzunehmen.

Das US-Aussenministerium teilte am Montag mit, die von der Kurdenmiliz YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte hätten bei ihrem Vormarsch gegen die IS-Miliz «Hunderte ausländische terroristische Kämpfer aus Dutzenden Ländern» gefasst. Die USA forderten andere Staaten dazu auf, ihre Bürger aus Gefangenschaft in die Heimat zurückzuführen und dort strafrechtlich zu verfolgen.

Das Ministerium lobte die Syrischen Demokratischen Kräfte für ihr «klares Bekenntnis» dazu, beim Kampf gegen einen «brutalen Gegner» ausländische IS-Kämpfer «sicher und human» zu internieren. Obwohl der IS den Grossteil des von ihm einst gehaltenen Gebietes in Syrien und im Irak verloren habe, bleibe die Organisation «eine bedeutende terroristische Bedrohung.»

Pentagon warnt vor Wiedererstarken des IS

Nach dem angekündigten Abzug der US-Truppen aus Syrien warnt das US-Verteidigungsministerium vor einem möglichen Wiedererstarken der Terrormiliz. Ohne entsprechenden Druck könnte der IS «wahrscheinlich innerhalb von sechs bis zwölf Monaten wieder aufleben» und einen Teil des verlorenen Geländes zurückgewinnen, hiess es in einem am Montag veröffentlichten Pentagon-Bericht.

Im Einsatzgebiet der US-Truppen im Osten Syriens verblieben rund 2000 IS-Kämpfer. An diesem Mittwoch findet in Washington ein Aussenministertreffen der Anti-IS-Koalition statt. Gastgeber ist US-Aussenminister Mike Pompeo. Trump hatte den Abzug der rund 2000 US-Soldaten in Syrien am 19. Dezember angekündigt, bislang aber keinen Zeitplan dafür bekanntgegeben.

Trump: «Wir werden zurückkommen, wenn wir müssen»

Trump sagte in einem am Sonntag veröffentlichten Interview des Senders CBS zu einem möglichen Wiedererstarken der IS-Miliz in Syrien: «Wir werden zurückkommen, wenn wir müssen. Wir haben sehr schnelle Flugzeuge, wir haben sehr gute Frachtflugzeuge.» Er betonte, die USA würden Soldaten im Irak belassen. Vom Irak aus würden die USA den Iran überwachen. Zugleich würden die Truppen von dort aus die IS-Miliz bekämpfen, während die US-Soldaten aus Syrien "langsam" abzögen.

In dem Pentagon-Bericht heisst es, der IS sei immer noch zu Offensiven in der Lage. Die von der YPK kontrollierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) kämpften weiter gegen den IS, seien aber stark auf Unterstützung der Koalition angewiesen.

Die Türkei – die Teil der Koalition ist – betrachtet die YPG als Terrororganisation. In dem Bericht wird darauf verwiesen, dass die Türkei seit 2017 an keinen Bodenoperationen gegen die IS-Miliz teilgenommen habe.

nag/sda

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