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Kurz vor der Waffenruhe sterben im Jemen 34 Menschen

Einen halben Tag später als vereinbart sollen die Waffen im Jemen ruhen. Das wird von beiden Seiten ausgenutzt. Derweil gründet Saudiarabien ein islamische Antiterror-Allianz.

Der Sturm vor der Waffenruhe: Huthi-Rebellen im Jemen. (14. Dezember 2015)
Der Sturm vor der Waffenruhe: Huthi-Rebellen im Jemen. (14. Dezember 2015)
Hani Mohammed, Keystone

Die geplante Waffenruhe im jemenitischen Konflikt mit den Huthi-Rebellen ist nach Angaben aus Saudiarabien um zwölf Stunden verschoben worden. Wie die offizielle saudische Nachrichtenagentur SPA am Montagabend mitteilte, werden die Waffen der Koalition, die die international anerkannte Regierung des Jemen unterstützt, erst am Dienstagmittag ab 12.00 Uhr schweigen. Dies hatte zuvor bereits um Mitternacht der Fall sein sollen.

Einen Grund für die Verzögerung nannte die Nachrichtenagentur nicht. Vertreter der rivalisierenden Huthi-Rebellen konnten für einen Kommentar nicht erreicht werden.

Die Huthi-Rebellen und die gewählte Regierung hatten sich am Samstag auf einen einwöchigen Waffenstillstand geeinigt. So soll auch humanitäre Hilfe zur notleidenden Bevölkerung in dem Bürgerkriegsland gebracht werden. Am Dienstag sollten im schweizerischen Genf neue Friedensgespräche stattfinden.

34 Menschen getötet

In dem vielschichtigen Konflikt kämpfen die vom Iran unterstützten Huthis gemeinsam mit Soldaten des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh gegen Getreue von Staatschef Abd Rabbuh Mansur al-Hadi, südjemenitischen Separatisten und Stammesmilizen. Saudiarabien und andere sunnitische Staaten fliegen seit Ende März Luftangriffe auf die Huthis, um Präsident Hadi wieder an die Macht zu bringen. Der jemenitische Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida und Verbündete der Terrormiliz Islamischer Staat haben das Chaos ausgenutzt, um sich Gebiete einzuverleiben und im Osten und Süden des Landes ihren Einfluss auszubauen.

Am Montag wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen im Süden, Westen und im Zentrum des Landes weitergekämpft. Bei Gefechten am Boden und Luftangriffen des von Saudiarabien angeführten Militärbündnisses wurden demnach mindestens 34 Menschen getötet, darunter zehn Zivilisten.

Zwei Offiziere kamen ums Leben

Bei den Kämpfen wurden in der Nähe der Stadt Tais unter anderem zwei hochrangige Offiziere der Militärkoalition getötet. Bei ihnen handele es sich um einen Offizier aus Saudiarabien und einen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, berichteten die Nachrichtenagenturen beider Länder. Wie die beiden ums Leben kamen, wurde nicht genannt. Die Huthis meldeten jedoch, dass die beiden von einer ihrer Langstreckenraketen getötet worden seien, die sie auf ein geheimes Hauptquartier des Militärbündnisses nahe der strategisch wichtigen Meeresstrasse Bab al-Mandab abgefeuert hätten.

Die Golf-Staaten waren in den Konflikt eingestiegen, nachdem die Huthis von ihren Machtzentren im Nordjemen aus immer weiter nach Süden vorgedrungen waren. Im September 2014 hatten sie die Hauptstadt Sanaa überrannt und Ende März Präsident Hadi auch aus Aden im Süden vertrieben. Nach der sunnitischen Offensive mussten die Huthis in der Folge aber Aden wieder aufgeben und wurden auch anderswo zurückgedrängt. Bisherige Versuche, durch Verhandlungen unter Vermittlung der Vereinten Nationen ein Ende des Bürgerkriegs zu erreichen, blieben ergebnislos.

Saudiarabien bildet islamische Antiterror-Allianz

34 Länder mit muslimischer Mehrheit haben sich laut Angaben Saudiarabiens auf die Bildung einer neuen militärischen Allianz im Kampf gegen den Terror geeinigt. Die Operationszentrale solle sich in der saudischen Hauptstadt Riad befinden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur des Landes, SPA, am Dienstag. Das Bündnis sei gegründet worden, weil Terrorismus unter allen Umständen bekämpft und gemeinsam beseitigt werden müsse.

Saudiarabiens regionaler Rivale, der schiitisch geprägte Iran, ist nicht Teil der Koalition. Stattdessen verbünden sich in der Allianz muslimische Länder mehrerer Kontinente, etwa das afrikanische Mali, das südostasiatische Malaysia, Pakistan, der Libanon, Ägypten und benachbarte Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate.

AP/chk

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