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Konfrontation im Mittelmeer

Ein internationaler Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für den Gazastreifen steuert auf eine Auseinandersetzung mit der israelischen Marine zu: Die sechs Schiffe begannen vor Zypern die 400 Kilometer lange Reise.

Wollen Gaza ansteuern: Die sechs palästinensischen Boote.
Wollen Gaza ansteuern: Die sechs palästinensischen Boote.

Voraussichtlich am Montag werden die sechs Boote auf die israelischen Kriegsschiffen treffen. Israel hat angekündigt, die seit der Machtübernahme der radikalen Hamas im Gazastreifen vor drei Jahren verhängte Blockade aufrechtzuerhalten. Eine Sprecherin der Organisatoren, Huwaida Arraf, sagte, die rund 700 Aktivisten an Bord der sechs Schiffe seien auf «verschiedene Szenarien» in der Konfrontation mit Israel vorbereitet. «Wir haben die Absicht, nach Gaza ohne Rücksicht auf Einschüchterungen und Gewaltdrohungen gegen uns zu gehen», sagte sie. «Sie werden uns mit Gewalt aufhalten müssen.»

An Bord der sechs Schiffe, denen als «zweite Welle» noch zwei weitere folgen sollen, sind unter anderen die Friedensnobelpreisträgerin von 1976, Mairead Corrigan Maguire, europäische Parlamentarier wie die Linken-Abgeordneten Inge Höger und Annette Groth und ein Holocaust-Überlebender. Der Beginn der Fahrt ist mehrfach verschoben worden, sowohl aus technischen Gründen als auch wegen einer Anordnung der zyprischen Behörden, keinem Schiff von zyprischen Häfen aus die Fahrt nach Gaza zu gestatten. Die aus drei Frachtern und drei Passagierschiffen bestehende Flotte startete deshalb am Sonntag von internationalen Gewässern aus.

Mutmassliche Waffenschmiede bombardiert

Die Aktivisten wollen Material nach Gaza bringen, dessen Einfuhr von Israel und Ägypten nach der Machtübernahme der Hamas im Juni 2007 verboten wurde. Dazu gehören Baustoffe wie Zement. Die Frachter haben nach Angaben der Organisatoren zudem Fertighausteile, Wasserreinigungsanlagen und mehrere hundert Rollstühle mit Elektromotoren geladen.

Die israelische Luftwaffe griff am Wochenende eine mutmassliche Waffenschmiede und einen Schmugglertunnel im Gazastreifen an. Sicherheitsbeamte der von der radikalislamischen Hamas geführten Regierung im Gazastreifen erklärten, auf die beiden Ziele seien am Freitag neun Raketen abgeschossen worden. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Die israelischen Streitkräfte bestätigten die Luftangriffe. Am Freitag hatten militante Palästinenser vom Gazastreifen aus Raketen auf Israel abgefeuert.

Sechs Menschen getötet

Bei einer Explosion in einem der illegalen Tunnel vom Gazastreifen nach Ägypten wurden am Samstag mindestens sechs Menschen getötet, 14 wurden verletzt. Das verlautete aus Sicherheitskreisen in dem von der radikalen palästinensischen Organisation Hamas regierten Gebiet. Viele lebenswichtige Güter werden seit der israelischen Blockade durch Schmugglertunnel in das Gebiet gebracht. Ein Gaskanister sei in einem der Tunnel explodiert, in dem gerade Wartungsarbeiten durchgeführt wurden, hiess es.

(ddp)

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