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Katanga kassiert zwölf Jahre Haft für Waffenlieferungen

Der internationale Strafgerichtshof hat die Strafe gegen Germain Katanga verkündet. Der kongolesische Rebellenführer wurde wegen Beihilfe zu Kriegsverbrechen verurteilt. Der Anklage genügt dies nicht.

Sass bereits sieben Jahre im Gefängnis: Germain Katanga vor dem Internationale Strafgerichtshof in Den Haag. (22. Oktober 2007)
Sass bereits sieben Jahre im Gefängnis: Germain Katanga vor dem Internationale Strafgerichtshof in Den Haag. (22. Oktober 2007)
AP/Peter Dejong

Die Miliz kam im Morgengrauen. Sie metzelte 2003 über 200 Menschen im Dorf Bogoro in der Demokratischen Republik Kongo nieder. Nun hat Den Haag den ehemaligen Kriegsherrn Germain Katanga wegen Beihilfe an dem Massaker zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Vorsitzende Richter Bruno Cotte verkündete das Strafmass und erklärte, die knapp sieben Jahre, die Katanga bereits im Gefängnis sitzt, würden von der Haftstrafe abgezogen. Sollte keine Berufung eingelegt werden, dann muss der heute 36-jährige damit noch für weitere gut fünf Jahre ins Gefängnis.

Die Anklage hatte mehr als 20 Jahre Haft gefordert. Im Mittelpunkt des Prozesses stand ein Massaker im Dorf Bogoro Anfang 2003, dem mehr als 200 Menschen zum Opfer fielen. Angesichts der besonders schweren Verbrechen sah das Gericht kaum Gründe, die Strafe zu mildern.

Bereits im März war Katanga von dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag schuldig gesprochen worden. Der einst berüchtigte Milizenführer mit dem Beinamen «Simba» (Löwe) habe einen «entscheidenden Beitrag» zu schweren Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Kongo geleistet, erklärte der Internationale Strafgerichtshof.

Verfeindete Volksgruppen

Germain Katanga galt als einer der gefürchtetsten Kriegsherren der kongolesischen Miliz «Kräfte des patriotischen Widerstands in Ituri» (FRPI). Anfang 2003 stieg er zum Anführer der FRPI auf und leitete die Miliz bei Attacken der Volksgruppe der Lendu gegen die verfeindeten Hema.

Am 24. Februar 2003 war er an dem ethnisch motivierten Massaker in Bogoro im Osten Kongos beteiligt - nicht nachgewiesen werden konnte ihm die Befehlsgewalt über die Aktion.

Damals waren über 200 Dorfbewohner, darunter auch zahlreiche Kinder, mit Macheten niedergemetzelt und zerstückelt oder verbrannt worden. Häuser wurden in Brand gesteckt und die fliehenden Bewohner wie Tiere gejagt. Ziel der grausamen Aktion war es gewesen, die Angehörigen des Volksstammes Hema auszulöschen.

Keine Reue

Katanga habe offensichtlich grosse Mühe, die Schwere der Verbrechen einzusehen, erklärte der Vorsitzende Richter Bruno Cotte. «Er zeigte kein aufrichtiges Mitgefühl mit den Opfern und keine Reue.» Bei der Verkündung des Strafmasses zeigte Katanga keine Emotionen.

Menschenrechtsorganisationen begrüssten das Urteil. «Das ist ein Zeichen der Gerechtigkeit für die Opfer», erklärte die Organisation Human Rights Watch.

SDA/mw

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