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Kampfjets bombardieren Klinik in Aleppo

Bei Luftangriffen in Syrien ist nach Angaben von Aktivisten und Ärzten eines der letzten Spitäler in den Rebellengebieten Aleppos bombardiert worden.

jdr
Kämpfer auf der Seite der Regierung inspizieren ein Gebiet im Osten Aleppos, das sie Tags zuvor eingenommen haben. (27. November 2016)
Kämpfer auf der Seite der Regierung inspizieren ein Gebiet im Osten Aleppos, das sie Tags zuvor eingenommen haben. (27. November 2016)
George Ourfalian, AFP
Im Maadi Viertel streckt ein verschüttetes Kind die Hand nach Hilfe aus. (17. November 2016)
Im Maadi Viertel streckt ein verschüttetes Kind die Hand nach Hilfe aus. (17. November 2016)
Epa/White Helmets, Keystone
Ein Mitglied des syrischen Zivilschutzes entdeckt es und kann es bergen. Bei den erneuten Angriffen sind jedoch fünf Kinder gestorben. (17. November 2016)
Ein Mitglied des syrischen Zivilschutzes entdeckt es und kann es bergen. Bei den erneuten Angriffen sind jedoch fünf Kinder gestorben. (17. November 2016)
Epa/White Helmets, Keystone
Die syrischen Weisshelme sprachen von einem «katastrophalen Tag mit einem beispiellosen Bombardement mit allen Waffenarten». (17. November 2016)
Die syrischen Weisshelme sprachen von einem «katastrophalen Tag mit einem beispiellosen Bombardement mit allen Waffenarten». (17. November 2016)
Syrian Civil Defense White Helmets via AP, Keystone
Die Regierungstruppen hätten den Osten der Stadt mit Luftangriffen, Fassbomben und Artilleriefeuer attackiert, berichtete die Beobachtungsstelle für Menschenrechte. (17. November 2016)
Die Regierungstruppen hätten den Osten der Stadt mit Luftangriffen, Fassbomben und Artilleriefeuer attackiert, berichtete die Beobachtungsstelle für Menschenrechte. (17. November 2016)
(Syrian Civil Defense White Helmets via AP, Keystone
Die Rebellen schlagen zurück: Syrische Regierungstruppen bereiten sich auf ihren Einsatz in Aleppo vor. (25. Oktober 2016
Die Rebellen schlagen zurück: Syrische Regierungstruppen bereiten sich auf ihren Einsatz in Aleppo vor. (25. Oktober 2016
George Ourfalian, AFP
Vorbei mit der kurzen Waffenruhe: Ein Rebelle schiesst auf Truppen der syrischen Armee. (Oktober 2016)
Vorbei mit der kurzen Waffenruhe: Ein Rebelle schiesst auf Truppen der syrischen Armee. (Oktober 2016)
Keystone (AP)
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte, sie und der französische Präsident François Hollande würden am Rande eines geplanten Ukraine-Treffens in Berlin mit dem russischen Staatschef über Syrien sprechen: Wladimir Putin, hier an einem Business-Kongress in Moskau. (18. Oktober 2016)
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte, sie und der französische Präsident François Hollande würden am Rande eines geplanten Ukraine-Treffens in Berlin mit dem russischen Staatschef über Syrien sprechen: Wladimir Putin, hier an einem Business-Kongress in Moskau. (18. Oktober 2016)
Alexander Zemlianichenko, Keystone
Grosse Teile der Stadt sind zerstört: Freiwillige suchen im Norden Aleppos nach verschütteten Bombenopfern. (17. Oktober 2016).
Grosse Teile der Stadt sind zerstört: Freiwillige suchen im Norden Aleppos nach verschütteten Bombenopfern. (17. Oktober 2016).
Karam Al-Masri, AFP
Sie Helfer versuchen, einen in den Trümmern verschütteten Jungen zu befreien. Die Aufnahme wurde am 17. Oktober im Stadtteil Qaterji im Norden Aleppos gemacht.
Sie Helfer versuchen, einen in den Trümmern verschütteten Jungen zu befreien. Die Aufnahme wurde am 17. Oktober im Stadtteil Qaterji im Norden Aleppos gemacht.
Syrian Civil Defense White Helmets via AP
Eine Frau bringt ein Kind ins Al-Razi-Spital im von der Regierung kontrollierten Quartier Jamillyeh in Aleppo. (16. Oktober 2016)
Eine Frau bringt ein Kind ins Al-Razi-Spital im von der Regierung kontrollierten Quartier Jamillyeh in Aleppo. (16. Oktober 2016)
George Ourfalian, AFP
Soldaten der syrischen Armee patrouillieren im Quartier al-Basha in Aleppo.(4. Oktober 2016)
Soldaten der syrischen Armee patrouillieren im Quartier al-Basha in Aleppo.(4. Oktober 2016)
Syrian Central Military Media via AP, Keystone
Umkämpftes Aleppo: Die syrische Armee im Stadtteil Suleiman al-Halabi, der Aleppo in den von den Rebellen kontrollierten Ostteil und den westlichen, der von Assads Truppen beherrscht wird, teilt. (30. September 2016)
Umkämpftes Aleppo: Die syrische Armee im Stadtteil Suleiman al-Halabi, der Aleppo in den von den Rebellen kontrollierten Ostteil und den westlichen, der von Assads Truppen beherrscht wird, teilt. (30. September 2016)
Georges Ourfalian, AFP
Luftbilder dokumentieren die grosse Zerstörung durch die Bombardements: Auf diesem von der UNO veröffentlichten Satellitenbild sind Krater auf einer Strasse im Shaar-Quartier Aleppos markiert. (25. September 2016)
Luftbilder dokumentieren die grosse Zerstörung durch die Bombardements: Auf diesem von der UNO veröffentlichten Satellitenbild sind Krater auf einer Strasse im Shaar-Quartier Aleppos markiert. (25. September 2016)
Digital Globe, US Department of State, UNITAR-UNOS, Keystone
Kampfjets des Assad-Regimes und dessen Verbündete greifen regelmässig Aleppo an. Dabei sollen sie auch ein Krankenhaus zerstört haben: Freiwillige Helfer tragen eine verletzte Person aus den Trümmern im Rebellenviertel. (30. September 2016)
Kampfjets des Assad-Regimes und dessen Verbündete greifen regelmässig Aleppo an. Dabei sollen sie auch ein Krankenhaus zerstört haben: Freiwillige Helfer tragen eine verletzte Person aus den Trümmern im Rebellenviertel. (30. September 2016)
Mohammed Thaer, AFP
Die EU wolle in Zusammenarbeit mit der UNO «lebensrettende Unterstützung für die Zivilisten» in Aleppo liefern, verkündet EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini am 2. Oktober 2016. (29. September 2016)
Die EU wolle in Zusammenarbeit mit der UNO «lebensrettende Unterstützung für die Zivilisten» in Aleppo liefern, verkündet EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini am 2. Oktober 2016. (29. September 2016)
Epa/Olivier Hoslet, Keystone
FILE -- In this Feb. 11, 2016, file photo, children peer from a partially destroyed home in Aleppo, Syria. Nearly 100 children were killed in a single week in Aleppo as Syrian and Russian warplanes sought to bombard into submission the rebel eastern districts of the city that have held out against Syrian government forces for five years. Without hope for the future, no regular schooling and little access to nutritious food, the children of Aleppo and their parents struggle to survive and fear the threat an imminent ground offensive. (Alexander Kots/Komsomolskaya Pravda via AP, File)
FILE -- In this Feb. 11, 2016, file photo, children peer from a partially destroyed home in Aleppo, Syria. Nearly 100 children were killed in a single week in Aleppo as Syrian and Russian warplanes sought to bombard into submission the rebel eastern districts of the city that have held out against Syrian government forces for five years. Without hope for the future, no regular schooling and little access to nutritious food, the children of Aleppo and their parents struggle to survive and fear the threat an imminent ground offensive. (Alexander Kots/Komsomolskaya Pravda via AP, File)
Alexander Kots/AP
Ein Bild der Verwüstung: Weisshelme haben ein Foto aus dem Osten Aleppos veröffentlicht. (24. September 2016)
Ein Bild der Verwüstung: Weisshelme haben ein Foto aus dem Osten Aleppos veröffentlicht. (24. September 2016)
Keystone
Ganze Strassenzüge liegen durch das Bombardement in Schutt und Asche.
Ganze Strassenzüge liegen durch das Bombardement in Schutt und Asche.
AFP
Die Gebäude sind bis auf die Grundmauern zerstört.
Die Gebäude sind bis auf die Grundmauern zerstört.
AFP
Anwohner berichteten von Raketenbeschuss, der Erdbeben-gleiche Erschütterungen auslöste.
Anwohner berichteten von Raketenbeschuss, der Erdbeben-gleiche Erschütterungen auslöste.
AFP
Kampfjets über Aleppo: Ein Retter schaut nach einem Luftangriff zum Himmel empor. (23. September 2016)
Kampfjets über Aleppo: Ein Retter schaut nach einem Luftangriff zum Himmel empor. (23. September 2016)
AFP
In der umkämpften Stadt haben Regierungstruppen mehrere von Rebellen kontrollierte Viertel bombardiert.
In der umkämpften Stadt haben Regierungstruppen mehrere von Rebellen kontrollierte Viertel bombardiert.
AFP
Mehrere Menschen wurden getötet: Dieser Mann trauert um seinen Neffen.
Mehrere Menschen wurden getötet: Dieser Mann trauert um seinen Neffen.
AFP
Das syrische Militär hatte vor diesen Luftangriffen eine neue Offensive auf die von Rebellen gehaltenen Viertel im Osten der Stadt angekündigt.
Das syrische Militär hatte vor diesen Luftangriffen eine neue Offensive auf die von Rebellen gehaltenen Viertel im Osten der Stadt angekündigt.
Keystone
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Trotz scharfer internationaler Kritik am Beschuss humanitärer Einrichtungen in Aleppo ist in der umkämpften syrischen Grossstadt erneut ein Krankenhaus bombardiert worden.

Im Krankenhaus M10, der grössten Klinik im von den Rebellen kontrollierten Ostteil der Stadt, schlugen am Samstag mindestens zwei Fassbomben ein, wie der Betreiber Syrian American Medical Society (Sams) mitteilte.

Nur noch sechs funktionstüchtige Kliniken

Im UN-Sicherheitsrat machte Frankreich einen neuen Anlauf für eine neue Waffenruhe. Das Krankenhaus M10 und die ebenfalls von der Hilfsorganisation unterstützte Klinik M2 waren bereits am Mittwoch bombardiert worden und seither ausser Betrieb. Die Angriffe hatten für grosse Empörung gesorgt, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon stufte sie als Kriegsverbrechen ein. Derzeit gibt es nur noch sechs funktionstüchtige Kliniken für die rund 250.000 Einwohner im belagerten Ostteil Aleppos.

Seit dem Start einer neuen Offensive der Regierungstruppen am 22. September spitzte sich die humanitäre Krise weiter zu. Auch in der Nacht zum Samstag stand die Stadt wieder stundenlang unter heftigem Artilleriebeschuss, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Im Stadtviertel Suleiman al-Halabi, das zwischen Regierung und Rebellen geteilt ist, und im Viertel Bustan al-Bascha war die ganze Nacht über Gefechtslärm zu hören.

Mehr als 220 Tote seit Beginn der Offensive

Mit der Offensive will die syrische Armee die seit Mitte 2012 geteilte Stadt wieder vollständig unter ihre Kontrolle bringen. Dabei wird sie von der russischen Luftwaffe unterstützt. Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte von Samstag wurden im Ostteil Aleppos seit Beginn der Offensive mehr als 220 Menschen durch Luftangriffe getötet.

Trotz scharfer Kritik der UNO und des Westens hält Moskau an den Luftangriffen fest, die ganze Strassenzüge in Schutt legten. US-Aussenminister John Kerry drohte mit dem Abbruch der Gespräche mit Russland, sollten die Luftangriffe nicht aufhören. Am Freitag telefonierte er den dritten Tag in Folge mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow, es gab jedoch keine konkreten Ergebnisse.

Alle Hoffnungen ruhen auf Waffenruhe

Lawrow warf den USA vor, ihr Versprechen nicht einzulösen, die gemässigten Rebellen von der extremistischen Al-Nusra-Front zu trennen. Sobald sie dafür sorge, dass die moderaten Rebellen ihre Verbindungen zu der Gruppe kappen, werde Russland auf dem Stopp der Kämpfe bestehen, sagte Lawrow der BBC. Er warf Washington vor, die Dschihadistengruppe für einen Einsatz gegen die syrische Regierung zu schonen.

Angesichts der Blockade der Gespräche zwischen den USA und Russland unternahm Frankreich einen neuen Anlauf für eine Waffenruhe. Die fünf UN-Vetomächte diskutierten am Freitag über einen von Paris eingebrachten Resolutionsentwurf, der die Wiederaufnahme der von den USA und Russland Anfang September ausgehandelten Feuerpause zwischen Rebellen und Regierungstruppen vorsieht.

Russland in der Kritik

Dabei sollen auch alle syrischen und russischen Kampfflugzeuge am Boden bleiben. Die Waffenruhe soll es ermöglichen, die eingeschlossene Bevölkerung mit Hilfsgütern zu versorgen. Überwachen sollen sie Vertreter der Syrien-Unterstützergruppe, der sowohl Gegner als auch Unterstützer der syrischen Führung angehören. Laut Diplomaten will Frankreich die Pläne am Montag allen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats präsentieren.

Ziel sei es, einen «Ausweg aus der Sackgasse und den gegenseitigen Vorwürfen zu finden», sagte ein Diplomat. «Das wird nicht einfach werden.» Russland legte demnach aber nicht umgehend ein Veto ein. Der britische Aussenminister Boris Johnson warnte Russland, durch seine anhaltende Bombenkampagne drohe es «zum Paria» zu werden.

(SDA)

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