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Kämpfe in Aleppo bedrohen Kulturerbe

Die Gewalt in Syrien hat Aleppo erreicht. Neben den Menschen dort sind auch viele historische Bauten in Gefahr. Nun ruft die Unesco zum Schutz der Kulturerbe-Stadt auf – und warnt vor Diebstählen von Schätzen.

Könnte bald nur noch Schutt und Asche sein: Die Zitadelle in Aleppo. (August 2008)
Könnte bald nur noch Schutt und Asche sein: Die Zitadelle in Aleppo. (August 2008)
AFP
Stammt aus dem 13. Jahrhundert: Der Eingang der Zitadelle in Aleppo. (August 2008)
Stammt aus dem 13. Jahrhundert: Der Eingang der Zitadelle in Aleppo. (August 2008)
AFP
Die Unesco ruft zum Schutz des Kulturerbes in Syrien auf: Die Brücke in Aleppo, die zur Zitadelle führt. (März 2006)
Die Unesco ruft zum Schutz des Kulturerbes in Syrien auf: Die Brücke in Aleppo, die zur Zitadelle führt. (März 2006)
AFP
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Von der eskalierenden Gewalt in Syrien ist auch die zweitgrösste Stadt des Landes, Aleppo, schwer betroffen. In den vergangenen Tagen verschärften sich die Gefechte in der 2,5 Millionen Einwohner zählenden Stadt im Nordwesten des Landes. Die Kämpfe bedrohen auch das nach Worten der Unesco «aussergewöhnliche Kulturerbe» der Metropole.

Aleppo zählt zu den ältesten kontinuierlich besiedelten Städten der Welt. Die seit dem zweiten Jahrtausend vor Christus an den Knotenpunkten wichtiger Handelsrouten gelegene Stadt wurde nacheinander unter anderem von den Hethitern, Assyrern, Babyloniern, Persern, Griechen und Römern regiert. Knapp 2000 Jahre lang war Aleppo eine der zentralen Handelsstädte an der von China bis zum Mittelmeer führenden Seidenstrasse.

Islamische Kulturhauptstadt 2006

Die Altstadt von Aleppo zählt zum Unesco-Welterbe. Zu den historischen Bauten zählen die Zitadelle aus dem 13. Jahrhundert, die Grosse Moschee aus dem 12. Jahrhundert und verschiedene als Madrasas bekannte Islamschulen, Paläste, Karawansereien und öffentliche Bäder aus dem 16. und 17. Jahrhundert sowie berühmte Basare. Die Altstadt wird von einer Stadtmauer, Türmen und Palästen aus griechischer, römischer und byzantinischer Epoche umfasst. 2006 wurde Aleppo zur islamischen Kulturhauptstadt gekürt.

1992 wurde das Projekt zum Erhalt der Altstadt in Kooperation mit internationalen Partnern angestossen. Seit 1994 ist die Bundesregierung im Zuge technischer Zusammenarbeit an der Sanierung der Altstadt beteiligt. Ziel war es, die Lebensbedingungen für die Menschen zu verbessern und die Baustruktur zu erhalten.

Seit 2007 ist die ehemalige Entwicklungsorganisation GTZ, die in der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aufging, an den Programmen beteiligt. Mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden unterstützt auch der deutsche Verein Freunde der Altstadt von Aleppo die Arbeiten.

Kulturschätze auf dem Schwarzmarkt

Die deutschen diplomatischen Vertretungen in Syrien haben ihre Arbeit wegen des Konflikts ausgesetzt, auch die Unterstützungsmassnahmen für die Altstadt von Aleppo wurden unterbrochen. Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova hat angesichts der Kämpfe in Syrien wiederholt zum Schutz der Kulturerbe-Stätten wie der Altstadt von Aleppo aufgerufen und davor gewarnt, dass Kulturschätze entwendet und auf dem Schwarzmarkt verkauft werden könnten.

AFP/wid

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