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Israels Zeitplan für die Bodenoffensive steht – Obama schickt Clinton

Israelische Kampfflugzeuge haben die Bank der Hamas in Gaza-Stadt bombardiert. Laut dem israelischen Botschafter in den USA hat sein Land die zeitliche Planung der Invasion des Gazastreifens beendet.

Feiern die Waffenruhe als Sieg: Palästinenser in Gaza-Stadt. (21. November 2012)
Feiern die Waffenruhe als Sieg: Palästinenser in Gaza-Stadt. (21. November 2012)
Reuters
Verkünden die Waffenruhe zwischen Israel und Hamas: Die amerikanische Aussenministerin Hillary Clinton (l.) und der ägyptische Aussenminister Mohammed Amr in Kairo. (21. November 2012)
Verkünden die Waffenruhe zwischen Israel und Hamas: Die amerikanische Aussenministerin Hillary Clinton (l.) und der ägyptische Aussenminister Mohammed Amr in Kairo. (21. November 2012)
AFP
Die israelische Luftwaffe traf das Auto des Hamas-Militärchefs: Helfer löschen die Überreste in einer Strasse von Gaza-Stadt. (14. November 2012)
Die israelische Luftwaffe traf das Auto des Hamas-Militärchefs: Helfer löschen die Überreste in einer Strasse von Gaza-Stadt. (14. November 2012)
Reuters
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Auch am siebten Tag in Folge hält die Gewalt im Gazastreifen an. Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete in der Nacht auf heute schwere Explosionen aus dem gesamten Gazastreifen. Dabei kamen nach palästinensischen Angaben zwei weitere Menschen ums Leben.

Der Konflikt droht zu eskalieren. Israel habe seinen Zeitplan für eine Bodenoffensive im Gazastreifen fertiggestellt, erklärte der israelische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Michael Oren, gegenüber CNN.

Hamas-Führer Khaled Mashal erklärte im Vorfeld, wenn Israel in den Gazastreifen eindringe, werde es «kein Picknick» werden. «Wir wollen keine Eskalation und keinen Bodenkrieg», fügte er laut CNN an. Aber die Hamas habe keine Angst und würde sicher keinen Rückzieher machen.

Clinton reist in den Nahen Osten

Angesichts der jüngsten Entwicklung hat US-Präsident Barack Obama beschlossen, Aussenministerin Hillary Clinton nach Jerusalem und Ramallah zu entsenden. Ein Mitarbeiter des Weissen Hauses erklärte, Clinton werde noch am selben Tag von Kambodscha aus in die Region fliegen. Sie hatte Präsident Barack Obama auf seiner Südostasien-Reise begleitet.

Clinton soll im Nahen Osten mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu sprechen. Ausserdem waren Treffen mit palästinensischen Vertretern in Ramallah und mit ägyptischen Regierungsmitgliedern in Kairo geplant.

Seit Beginn der jüngsten Luftoffensive Israels gegen die radikalislamische Hamas sind bis heute 111 Palästinenser getötet worden. Unter den Toten sind laut palästinensischen Angaben 56 Zivilisten. Mehr als 800 weitere seien verletzt worden. Auf israelischer Seite starben seit Mittwoch drei Zivilisten.

Bank zerbombt

Nach palästinensischen Angaben griffen israelische Kampfflugzeuge in der Nacht auf heute unter anderem das Gebäude einer Bank in Gaza-Stadt an, über die die in dem Palästinensergebiet herrschende Hamas ihre Gehaltszahlungen abwickelt. Mehrere Verletzte seien anschliessend in Spitäler gebracht worden.

Das Innere des Gebäudes der Islamischen Nationalbank in Gaza wurde dabei am Dienstag zerstört. Der 31 Jahre alte Eigentümer Suleiman Tauil verurteilte den Angriff und erklärte, er habe mit der Politik nichts zu tun. Die Hamas hatte die Bank gegründet, um die internationalen Sanktionen zu umgehen.

Auch ein Regierungsgebäude und das Haus eines Milizenführers seien angegriffen worden, hiess es. Angriffe wurden auch aus Khan Younis im Süden des Gazastreifens gemeldet. Hier sei ein Wohngebiet beschossen worden. Die israelische Armee habe die Bewohner Gazas davor gewarnt, ihre Häuser zu verlassen.

Wieder Familie getötet

Nach Hamas-Angaben wurden bei Luftangriffen am Montag unter anderem vier Mitglieder einer Familie getötet. In Beit Lahiya seien vierjährige Zwillingsbrüder sowie deren Eltern bei der Bombardierung ihres Hauses ums Leben gekommen, erklärte der Sprecher des Gesundheitsministeriums der Hamas in Gaza.

Nachbarn des beschossenen Hauses sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die Opfer seien nicht Mitglieder militanter Organisationen gewesen. Israel lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Israelischen Medienberichten zufolge könnten bereits am Sonntag neun Mitglieder einer anderen Familie versehentlich getötet worden sein.

100 Raketen am Montag

Die Qassam-Brigaden, der militärische Arm der Hamas, gaben Maan zufolge an, allein am Montag mehr als 100 Raketen und Granaten auf israelisches Gebiet abgefeuert zu haben. Nach Berichten der israelischen Nachrichtenwebsite Ynet wurden insgesamt 135 Geschosse abgefeuert, von denen 67 auf israelischem Gebiet eingeschlagen seien.

In der Nacht zum Dienstag schlug Ynet zufolge ein Geschoss in der Ortschaft Ofakim ein. In mehreren israelischen Ortschaften wurde Luftalarm gegeben. Berichte über Opfer oder Schäden gab es zunächst nicht.

SDA/wid

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