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Israel macht sich über Auslandspresse lustig

Das Aussenministerium empörte sich in einem zynischen Video über die Voreingenommenheit internationaler Reporter. Nach einer Welle der Empörung hat es das Video nun gelöscht.

Das israelische Aussenministerium hat ein umstrittenes Video von seinem Internetportal genommen, das die internationale Berichterstattung über den Gazastreifen verunglimpft hatte. Der vor einer Woche veröffentlichte Zeichentrickfilm hatte starke Empörung unter israelischen und ausländischen Journalisten ausgelöst.

Das Video habe «die Verbrechen» der in Gaza regierenden, radikalislamischen Hamas illustrieren sollen, sagte Ministeriumssprecher Emmanuel Nachschon am Sonntag.

«Weil dies missverstanden wurde, haben wir es aus dem Netz genommen.»

Emmanuel Nachschon, Sprecher des Aussenministeriums

Auf den 49 Sekunden langen Zeichentrickfilm im Internetportal Youtube hatte der Verband der Auslandspresse in Israel und den Palästinensergebieten mit einem Protestschreiben reagiert. Der «irreführende und wenig durchdachte Clip macht die Arbeit von Journalisten lächerlich, die über einen opferreichen Konflikt berichten».

«Unangemessenes» Vorgehen

Das Vorgehen sei «unangemessen» und stelle das Bekenntnis des Ministeriums zur unbehinderten Arbeit der Auslandspresse in Israel in Frage, folgerte der Verband. Die Löschung des Videos wertete er am Sonntag als «Sieg».

In dem Clip erklärt ein blonder Fernsehreporter mit amerikanischem Akzent vor der Kamera, es gebe im Gazastreifen keine Terroristen, sondern nur normale Menschen, während im Hintergrund ein maskierter Mann eine Rakete in Richtung Israel abfeuert. In einer anderen Szene beschreibt der Korrespondent die Angriffstunnel der radikalislamischen Hamas als «erste palästinensische Untergrundbahn». Erst als ihm eine Brille gereicht wird, sieht er die Realität und fällt in Ohnmacht.

In den sozialen Netzwerken verurteilten viele israelische und ausländische Journalisten das Video. Ministeriumssprecher Nachschon hatte den Clip am vergangenen Dienstag zunächst verteidigt. Ziel sei es, die «einseitige Berichterstattung» während des Gazakriegs «freundlich auf die Schippe zu nehmen».

SDA/pst

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