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Israel droht mit Bodenoffensive

Bereits in der Nacht flog die israelische Luftwaffe Vergeltungsangriffe im Gazastreifen. Nun warnt die Armee die Hamas vor einem möglichen Einmarsch von Bodentruppen. Es seien alle Optionen offen.

Seit einem Anschlag auf eine Gaspipeline nach Israel hat das ägyptische Militär seine Präsenz auf der Sinai-Halbinsel verstärkt: Soldaten in al-Arish. (18. August 2011)
Seit einem Anschlag auf eine Gaspipeline nach Israel hat das ägyptische Militär seine Präsenz auf der Sinai-Halbinsel verstärkt: Soldaten in al-Arish. (18. August 2011)
Keystone
Fordern die Ausweisung des israelischen Botschafters aus Ägypten: Demonstranten protestieren in Kairo. (20. August 2011)
Fordern die Ausweisung des israelischen Botschafters aus Ägypten: Demonstranten protestieren in Kairo. (20. August 2011)
Keystone
Aus dem Hinterhalt angegriffen: Einer der zerstörten Busse. (18. August 2011)
Aus dem Hinterhalt angegriffen: Einer der zerstörten Busse. (18. August 2011)
Reuters
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Nach der tödlichen Anschlagsserie nahe des südisraelischen Badeorts Eilat hatte bereits Regierungschef Benjamin Netanyahu mit Vergeltung gedroht. Nun warnt Israel vor einer möglichen Bodenoffensive im Gazastreifen. Es stünden «alle Optionen» offen, auch eine Bodenoffensive, sagte Brigadegeneral Joaw Mordetschai im israelischen Rundfunk. In der Nacht hatte Israel Luftangriffe gegen Ziele im Gazastreifen geflogen, aus dem Gebiet wurden Raketen auf Israel abgefeuert. «Wenn die Hamas eine Eskalation will, dann wird sie einen hohen Preis zahlen», sagte Mordetschai.

Israel macht radikale Palästinenser für die Anschlagsserie vom Donnerstag verantwortlich, bei der im Süden des Landes acht Israelis – sechs Zivilisten, ein Soldat und ein Polizist – getötet worden waren. Die radikalislamische Hamas hatte jede Verwicklung in die Angriffe zurückgewiesen. Die israelische Polizei war am Freitag landesweit in höchster Alarmbereitschaft.

Luftwaffe fliegt mehrere Angriffe

Kurz nach den Anschlägen hatte Israel Luftangriffe auf den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen geflogen und dabei sechs Palästinenser getötet. Unter den Toten war auch der Anführer des palästinensischen Volkswiderstandskomitees, einer bewaffneten Palästinensergruppe, die von Israel direkt für die Anschläge verantwortlich gemacht wird. Auch weitere ranghohe Mitglieder der Gruppe wurden nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes Schin Beth getötet.

In der Nacht zum Freitag flog die israelische Luftwaffe weitere Angriffe auf den Gazastreifen. Dabei wurde laut palästinensischen Angaben ein Mensch getötet, 17 weitere wurden verletzt. Am Freitagmorgen gab es demnach zwei weitere Luftangriffe, bei denen ein Mensch leicht verletzt wurde. Die israelische Armee erklärte, Angriffe auf sieben Ziele im Gazastreifen geflogen zu haben, unter anderem auf zwei Trainingslager palästinensischer Extremisten, eine Waffenfabrik und zwei Schmugglertunnel.

Raketen auf Israel abgefeuert

Das palästinensische Volkswiderstandskomitee kündigte Vergeltungsmassnahmen für die Tötung ihres Anführers an und erklärte, sieben Raketen auf israelisches Gebiet abgeschossen zu haben. Ein Sprecher der Gruppe sagte bei der Beerdigung der fünf getöteten Aktivisten aber, die Gruppe stehe nicht hinter den Anschlägen vom Vortag. Gleichwohl werde der Angriff «begrüsst».

Nach Angaben der israelischen Armee wurden in der Nacht insgesamt rund ein Dutzend Raketen und Granaten vom Gazastreifen aus auf Israel abgefeuert. Beim Einschlag einer Rakete in der Stadt Aschdod im Süden Israels wurden laut Polizei drei Menschen verletzt, einer von ihnen schwer.

Fünf ägyptische Polizisten getötet

Bei einem weiteren Vorfall an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen wurden nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur MENA am Donnerstag fünf ägyptische Polizisten getötet, als ein israelischer Kampfhubschrauber eine Rakete auf mutmassliche palästinensische Extremisten abfeuerte. Offenbar hielten sich die Polizisten in der Nähe auf und gerieten ins Kreuzfeuer der israelischen Armee. Das Staatsfernsehen berichtete zudem von zwei «nicht identifizierten Ägyptern», die durch israelische Schüsse getötet worden seien.

Am Freitag wurde an der Grenze zu Israel bei einem Schusswechsel mit Unbekannten nach Angaben aus Sicherheitskreisen und von Ärzten ein ägyptischer Polizist getötet. Ein weiterer Polizist wurde im Kopf getroffen und befand sich im Koma. In der Region wird noch nach möglichen Mittätern der Angriffe vom Donnerstag gesucht.

AFP/dapd/sda/kpn/bru/pbe

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