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Islamisten nehmen weitere irakische Stadt ein

Der Ort Tal Afar im Norden des Landes ist offenbar in der Hand von Isis-Terroristen. Die Krise im Irak könnte bald zwei Erzfeinde näher zusammenbringen – die USA erwägen Gespräche mit dem Iran.

Feinde auf Annäherungskurs: Die USA setzen laut Berichten auf eine Kooperation mit dem Iran. (Video: Reuters)

Radikalislamische Extremisten haben nach Angaben von Augenzeugen die nordirakische Stadt Tal Afar eingenommen. Dies berichteten der Bürgermeister sowie Einwohner der Stadt mit rund 220'000 Einwohnern westlich von Mosul. Kämpfer der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (Isis) hatten Tal Afar bereits am Sonntag angegriffen und dem irakischen Militär dort schwere Verluste zugefügt.

Mosul selbst war vor einer Woche von Isis-Kämpfern überrannt worden. Der Isis hat seither noch mehrere weitere Städte nahezu kampflos erobert. Inzwischen leistet das irakische Militär jedoch mehr Gegenwehr.

Spanische Polizei verhaftet Islamisten

Die spanische Polizei hat bei einer Razzia acht mutmassliche Islamisten mit Verbindungen zu Isis festgenommen. Laut dem Innenministerium in Madrid wurde die Gruppe von einem früheren Häftling des US-Gefangenenlagers Guantánamo angeführt.

Sie soll Kämpfer für Isis angeworben haben, um im Irak und im syrischen Bürgerkrieg zu kämpfen. Es habe zwölf Durchsuchungen gegeben, der Einsatz dauere am Montag weiter an, teilten die spanischen Behörden mit.

Nach Angaben des Innenministeriums war der Anführer der Gruppe im Jahr 2001 in Afghanistan festgenommen und in dem umstrittenen US-Gefangenenlager auf Kuba inhaftiert worden, bevor er nach seiner Freilassung nach Spanien kam. Es besteht seit langem die Sorge, dass sich frühere Guantánamo-Häftlinge nach ihrer Freilassung erneut islamistischen Gruppen anschliessen.

In den vergangenen Jahren wurden in Spanien wiederholt Netzwerke zur Rekrutierung von Kämpfern für islamistische Gruppen zerschlagen, zuletzt im Mai in der spanischen Exklave Melilla im Norden Marokkos.

USA und Iran könnten bald kooperieren

Die Krise im Irak bringt offenbar zwei Erzfeinde näher zusammen. Im Kampf gegen Isis setzen die USA einem Bericht der Zeitung «Wall Street Journal» zufolge auf eine Kooperation mit dem Iran.

Wie das «Wall Street Journal» in der Nacht unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtete, wird mit dem Beginn der direkten Gespräche noch in dieser Woche gerechnet. Unklar sei allerdings noch, über welche diplomatischen Kanäle sich die US-Regierung mit Teheran austauschen wolle.

Einen Anlass könnten die Atomverhandlungen mit der Islamischen Republik bieten, die heute Montag in Wien beginnen. Bei den Gesprächen würde es um die Sicherheitslage im Irak und Wege zur Vertreibung von Isis gehen.

Der iranische Präsident Hassan Rohani hatte sich zuvor offen für eine Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen Isis gezeigt. Allerdings müsse die Initiative von den Amerikanern ausgehen. Zwischen Washington und Teheran hatte unter anderem wegen des Atomstreits jahrelang eine Eiszeit geherrscht. Zuletzt gab es aber bereits eine Annäherung.

SDA/fko

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