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Iran heckt angeblich Umweltkatastrophe aus

Glaubt man jüngsten Berichten, so steckt der Iran hinter einer Serie von Hackerangriffen gegen US-Banken. Ausserdem planten die mächtigen Revolutionswächter, eine Ölpest im Persischen Golf herbeizuführen.

Nadelöhr Strasse von Hormuz: Ein iranischer Soldat auf einem Schnellboot bei einem Manöver im Persischen Golf. (28. Dezember 2011)
Nadelöhr Strasse von Hormuz: Ein iranischer Soldat auf einem Schnellboot bei einem Manöver im Persischen Golf. (28. Dezember 2011)
AFP

Die iranische Eliteeinheit der Pasdaran (Revolutionswächter) plant einem Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» zufolge eine absichtlich herbeigeführte Öltanker-Katastrophe im Persischen Golf.

Pasdaran-Kommandeur Ali Jafari habe gemeinsam mit einem Admiral einen Plan entwickelt, mit dem die Strasse von Hormuz blockiert werden solle, berichtete das Magazin unter Berufung auf westliche Geheimdienste. Dadurch solle die Wasserstrasse für internationale Öltanker gesperrt werden.

Mit einer Kontamination solle der Westen gezwungen werden, sich an einer Säuberung der Gewässer zu beteiligen und womöglich Sanktionen gegen den Iran auszusetzen. Zudem sollten verfeindete Anrainerstaaten des Iran «bestraft» werden. Der Geheimplan mit dem Namen «Trübe Wasser» liegt dem Bericht zufolge nun beim geistlichen Oberhaupt des Iran, Ali Khamenei.

100 iranische Spezialisten greifen an

Zudem glauben die USA nach einem Bericht des «Wall Street Journal» (Artikel kostenpflichtig), dass die iranische Regierung hinter einer Offensive von Hackern gegen amerikanische Ziele steckt. In den vergangenen Wochen hatte es eine massive Welle von Angriffen auf Banken in den USA gegeben.

Die letzten richteten sich nach Angaben des Blattes vor wenigen Tagen gegen Capital One Financial Corp. und Suntrust. Bei den Hackern handle es sich anscheinend um ein Netzwerk von weniger als 100 iranischen Spezialisten für Netzwerksicherheit in Unternehmen und an Universitäten, berichtete das «Wall Street Journal» am Samstag unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Regierungsbeamte.

Keine Beweise vorgelegt

Die Angriffe, bei denen Websites der Finanzinstitute durch massenhafte Abfragen lahmgelegt worden waren, könnten wegen besonderer Merkmale bis zur iranischen Regierung zurückverfolgt werden.

Über die genauen Beweise schweigen sich die Beamten der Zeitung zufolge aus: Das sei geheim. Aber iranische Hacker hätten ohne die Unterstützung und technische Erfahrung der iranischen Regierung gar nicht die Ressourcen, grössere Attacken durchzuführen. «Dies sind keine gewöhnlichen Iraner», wurde ein hochrangiger Beamter zitiert.

Vergeltung für Sanktionen?

Den Angaben zufolge könnten die Cyber-Anschläge eine Vergeltung für harsche Sanktionen gegen den iranischen Finanzsektor und die Ölindustrie sein. Sie hätten begonnen, nachdem der US-Kongress im Dezember vergangenen Jahres in einem Gesetz verschärfte Strafmassnahmen festgezurrt habe.

Zunächst habe es möglicherweise als Test kleinere Attacken gegen US-Banken und dann im Sommer Angriffe gegen Ölfirmen im Persischen Golf gegeben. Danach hätten sich die Hacker verstärkt wieder US-Finanzinstituten zugewandt.

Panetta vergleicht Angriffe mit Pearl Harbor

Bereits am Donnerstag hatte US-Verteidigungsminister Leon Panetta von einer «bedeutenden Eskalation» von Hacker-Angriffen gesprochen, ohne dabei aber den Iran namentlich zu nennen.

Der Pentagon-Chef warnte in Anspielung auf den verheerenden japanischen Angriff auf die gleichnamige US-Basis 1941 vor einem «Cyber-Pearl-Harbor»: Extremistengruppen oder feindlich gesonnene Länder könnten versuchen, die Kontrolle über lebenswichtige Infrastrukturnetzwerke der USA zu übernehmen und dadurch Tod und Zerstörung verursachen. Vor diesem Hintergrund arbeitet das US-Militär Panetta zufolge an neuen Regeln, die ein aggressiveres Vorgehen gegen Attacken ermöglichen sollen.

EU verschärft Sanktionen

Die EU-Aussenminister wollen nach Angaben von Diplomaten bereits morgen Montag in Brüssel neue Sanktionen gegen den Iran beschliessen. Nach Angaben von Diplomaten standen die Details bis kurz vor Beginn des Ministertreffens aber noch nicht fest.

Im Gespräch sind ein Importverbot für iranisches Erdgas und ein Verbot, iranisches Öl zu transportieren oder zu lagern. Die Öleinfuhren sind bereits verboten. Auch neue Finanzsanktionen und das Einfrieren weiterer iranischer Guthaben seien im Gespräch.

sda/AFP/rub

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