Zum Hauptinhalt springen

Irakische Kurden wollen Erdölexporte verdreifachen

Zwischen den kurdischen Gebieten und der irakischen Regierung in Bagdad herrscht seit Monaten ein Seilziehen um die Kontrolle der Erdölexporte im Norden des Landes.

Bagdad will alleine über den wertvollen Rohstoff Erdöl verfügen: ein Arbeiter in einer Ölraffinerie in der Nähe der irakischen Stadt Basra (Archivbild: Keystone)
Bagdad will alleine über den wertvollen Rohstoff Erdöl verfügen: ein Arbeiter in einer Ölraffinerie in der Nähe der irakischen Stadt Basra (Archivbild: Keystone)

Trotz der anhaltenden Unruhen in weiten Teilen des Iraks will die autonome kurdische Region im Nordirak ihre Erdölexporte deutlich ausweiten. Von aktuell 125'000 Barrel pro Tag könnte die Region die Exportmenge bis Jahresende auf bis zu 400'000 Barrel pro Tag erhöhen.

Das sagte der kurdische Rohstoff-Minister Ashti Hawrami bei einer Konferenz in London. Möglicherweise schon bis Juli sei die Region in der Lage, die Mengen zu verdoppeln, zumindest aber auf 200'000 Barrel pro Tag zu steigern, sagte Hawrami.

Zwei Tankschiffe voller Erdöl aus der Gegend im Norden des Iraks seien bereits verkauft worden, sagte der Minister. Weitere zwei Tanker würden in dieser Woche in der türkischen Hafenstadt Ceyhan beladen.

Spannungen zwischen Türkei und Irak

Im Mai hatte die Türkei angekündigt, auf den internationalen Märkten Öl aus der kurdischen Provinz des Iraks auszuliefern. Das Vorgehen belastet die Beziehungen zwischen der Türkei und der irakischen Staatsführung. Bagdad besteht darauf, dass alle Ölexporte zentral von ihr gesteuert werden und reichte deshalb Ende Mai eine Klage gegen die Türkei bei der internationalen Handelskammer (ICC) in Paris ein.

«Das ganze irakische Öl sollte über das bundesstaatliche System exportiert werden», betonte an der Londoner Konferenz der frühere irakische Ölminister und jetzige Chef einer Expertenkommission im Auftrag von Premierminister Nuri al-Maliki, Thamir Ghadhban.

Monatelange Auseinandersetzung

Die kurdischen Gebiete und die Regierung in Bagdad liefern sich seit Monaten eine Auseinandersetzung um die Kontrolle über das Erdöl im Norden des Landes.

Bagdad will alleine über den Rohstoff verfügen, während die Autonomieregion um die Stadt Erbil direkt mit den Abnehmer-Gesellschaften verhandeln will. Der Irak ist nach Saudiarabien die zweitgrösste Exportnation im Kreis der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC).

SDA/thu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch