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«Ich muss in Syrien leben und sterben»

Der syrische Machthaber Bashar al-Assad lehnt den Gang ins Exil weiterhin ab. Der Preis für eine Intervention in seinem Land wäre «höher, als es sich die Welt leisten kann», sagte er im Interview.

«Die letzte Bastion für Säkularismus»: Der syrische Präsident Bashar al-Assad bei einem Interview in Damaskus. (Archivbild)
«Die letzte Bastion für Säkularismus»: Der syrische Präsident Bashar al-Assad bei einem Interview in Damaskus. (Archivbild)
AFP

Der syrische Staatschef Bashar al-Assad hat einen Gang ins Exil zur Beilegung des Konflikts in seinem Land abgelehnt. «Ich bin keine Marionette (...). Ich bin Syrer, und ich muss in Syrien leben und sterben», sagte Assad dem arabischsprachigen russischen Fernsehsender Rusija al-Jaum laut einer Niederschrift des Interviews auf dessen Website.

Der britische Premier David Cameron hatte sich am Dienstag dafür ausgesprochen, Assad eine sichere Ausreise aus Syrien zu ermöglichen. Zugleich forderte Cameron, Assad müsse sich vor der internationalen Justiz verantworten.

Letzter Auftritt im Oktober

Assad warnte in dem Interview ferner vor einer ausländischen Intervention, um den Konflikt in Syrien zu beenden. Dies hätte «globale Folgen» und würde die regionale Stabilität erschüttern. Syrien sei die «letzte Bastion für Säkularismus, Stabilität und Koexistenz in der Region». «Der Preis einer ausländischen Intervention in Syrien, wenn sie stattfände, wäre höher, als es sich die Welt leisten kann.»

Öffentliche Auftritte oder Äusserungen des syrischen Präsidenten sind selten. Zuletzt zeigte ihn das Staatsfernsehen am 26. Oktober. Aus der syrischen Opposition kam vielfach der Ruf nach ausländischer Hilfe für die Rebellen, die seit fast 20 Monaten gegen Assads Regierungstruppen kämpfen. Dabei kamen nach Angaben von Menschenrechtsgruppen bislang mehr als 37'000 Menschen ums Leben.

Zusatztruppen in Palästinenserlager

Derweil meldeten Aktivisten neue Kämpfe und Feuerangriffe aus Damaskus. Mehrere Raketen seien am Vormittag in den Vierteln Nahar Aischa und Midan eingeschlagen, wo eine Frau getötet worden sei, erklärte die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sie meldete zudem Kämpfe unter anderem aus dem Viertel Masseh. In Kafar Susse im Südwesten der Hauptstadt durchsuchte die Armee zahlreiche Häuser. Derweil trafen in Tadamun und im Palästinenserlager Jarmuk, wo es in den vergangenen Tagen heftige Gefechte gab, Zusatztruppen der Armee ein.

Im ganzen Land, aber vor allem in der Region um Damaskus, flog die Luftwaffe nach Angaben der Beobachtungsstelle neue Angriffe. Kämpfe gab es auch in Aleppo, wie Bewohner berichteten. In der zentralen Provinz Homs wurden laut Beobachtungsstelle zwei Zivilisten durch Beschuss getötet.

AFP/fko

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