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«Ich muss dem Wunsch des ägyptischen Volkes entsprechen»

Ägyptens Armeechef Abdel Fattah al-Sisi gab in einem Interview an, bei der Präsidentenwahl anzutreten. Die Armee dementiert.

Als Armeechef ist Abdel Fattah al-Sisi der starke Mann Ägyptens – und höchstwahrscheinlich der nächste Präsident.
Als Armeechef ist Abdel Fattah al-Sisi der starke Mann Ägyptens – und höchstwahrscheinlich der nächste Präsident.
Reuters
Plakate von al-Sisi prägen Kairos Stadtbild. Bisher sind bei der Präsidentenwahl keine valablen Gegenkandidaten in Sicht.
Plakate von al-Sisi prägen Kairos Stadtbild. Bisher sind bei der Präsidentenwahl keine valablen Gegenkandidaten in Sicht.
AFP
Einem Prozess stellen muss sich auch Mohammed Badie, Chef der ägyptischen Muslimbrüder. Gemäss Anklage soll er unter anderem Demonstranten zur Gewalt angestachelt haben.
Einem Prozess stellen muss sich auch Mohammed Badie, Chef der ägyptischen Muslimbrüder. Gemäss Anklage soll er unter anderem Demonstranten zur Gewalt angestachelt haben.
AFP
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Das ägyptische Militär hat einen Zeitungsbericht aus Kuwait zurückgewiesen, in dem Armeechef Abdel Fattah al-Sisi seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl angekündigt haben soll. Al-Sisi sei «falsch interpretiert» worden, erklärte die Armee am Donnerstag, ohne jedoch die mögliche Absicht ihres Chefs zu einer Kandidatur zu dementieren. Wenn al-Sisi antreten wolle, werde er das nur «vor dem ägyptischen Volk» ankündigen.

Die kuwaitische Zeitung «Al-Sejassah» hatte al-Sisi mit den Worten zitiert: «Ja, die Entscheidung ist gefallen.» Er habe «keine andere Wahl, als dem Ruf des ägyptischen Volkes zu folgen». Dem ägyptischen Volk wolle er keine falschen Versprechungen machen, sollte er gewählt werden.

Al-Sisi ist der Favorit

Al-Sisis Präsidentschaftsbewerbung gilt dennoch als ausgemacht. Er ist populär und hat deshalb grosse Chancen, bei einer Kandidatur die Wahlen auch zu gewinnen. Ausserdem gibt es bislang keine ernsthaften Gegenkandidaten.

Ende Januar hatte die Armeeführung, deren oberster Vertreter al-Sisi ist, grünes Licht für eine Kandidatur des 59-Jährigen gegeben, nachdem er kurz zuvor noch zum Feldmarschall, also ins höchste militärische Amt des Landes befördert worden war. Al-Sisi hatte im Vorfeld seine Bereitschaft zur Kandidatur für das Präsidentenamt bereits bekundet, «wenn das Volk es wünscht». Die Wahl soll Mitte April stattfinden, ihr sollen dann Parlamentswahlen folgen.

Al-Sisi gilt seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär Anfang Juli 2013 als der wahre starke Mann in Ägypten. Zuletzt bekleidete er neben dem Amt des Armeechefs in Personalunion die Posten des Verteidigungsministers und des Vizeregierungschefs. Die Beförderung zum Feldmarschall wurde von Beobachtern als Abschiedsgeschenk an einen scheidenden Armeeführer gewertet: Al-Sisi müsste für eine Kandidatur nämlich seine Uniform ablegen, da laut Verfassung nur ein Zivilist Präsident werden kann.

AFP/chk/ldc

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