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Gewaltiger Aufmarsch in Syrien – Dutzende Tote

Bei einer der grössten Kundgebungen seit Beginn der Proteste in Syrien haben Soldaten auf Demonstranten geschossen. Angeblich wurden 34 Menschen getötet. Besonders angespannt ist die Situation in Hama.

Gespaltene Bevölkerung: Regime-Anhänger protestieren gegen den US-Botschafter Robert Ford. Syrische Sicherheitskräfte sichern ab. (8. Juli 2011)
Gespaltene Bevölkerung: Regime-Anhänger protestieren gegen den US-Botschafter Robert Ford. Syrische Sicherheitskräfte sichern ab. (8. Juli 2011)
Reuters
Demonstration nach dem Freitagsgebet in Damaskus. (8. Juli 2009)
Demonstration nach dem Freitagsgebet in Damaskus. (8. Juli 2009)
Reuters
Ein Amateurvideo zeigt, wie Panzer der Regierung in die Stadt Daraa einfahren.(25. April 2011)
Ein Amateurvideo zeigt, wie Panzer der Regierung in die Stadt Daraa einfahren.(25. April 2011)
Reuters
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Zehntausende Menschen seien zu der Demonstration in der Stadt Hama gekommen, um gegen das Regime von Präsident Bashar al-Assad zu protestieren, sagte der Leiter einer syrischen Menschenrechtsgruppe, Rami Abdul Rahman. Auch im Rest des Landes strömten Tausende auf die Strassen und forderten den Rücktritt Assads.

Bei Protesten in der zentralsyrischen Stadt Hama haben Sicherheitskräfte gemäss Menschenrechtsaktivisten mindestens 34 Menschen erschossen. Die Demonstranten seien durch in die Menge abgegebene Schüsse getötet worden, berichteten Aktivisten aus Hama.

Scharfschützen mit automatischen Waffen

Dutzende Menschen seien verletzt worden. In Hama waren den Angaben zufolge Zehntausende Bewohner gegen Staatschef Bashar al-Assad auf die Strasse gegangen. Scharfschützen hätten mit automatischen Waffen in die Demonstration geschossen, berichtete die Menschenrechtsgruppe Syrian Observatory.

In der Altstadt von Hama sei es zu den bislang grössten Demonstrationen gegen Assad gekommen, berichteten Einwohner. Assads Vater Hafes hatte als Präsident des Landes 1982 in Hama einen islamistischen Aufstand niederschlagen lassen und dabei bis zu 30'000 Menschen getötet.

Gefoltert und getötet

Auch in anderen Landesteilen gab es wieder Proteste und Kundgebungen. Die Demokratiebewegung hatte zu Kundgebungen zum Gedenken an die seit Mitte März von den Sicherheitskräften getöteten Kinder aufgerufen. Das UNO-Kinderhilfswerk Unicef gibt ihre Zahl mit mindestens 30 an.

Besonders bekannt ist der Fall des 13-jährigen Hamsa el Chatib, der von Sicherheitskräften im südlichen Daraa gefoltert und getötet wurde. Syrische Medien wiesen die Foltervorwürfe als «Lügen» zurück.

Die Proteste in Syrien reissen trotz der Freilassung Hunderter politischer Gefangener im Zuge einer Amnestie nicht ab. Die Opposition sprach sich am Donnerstag für die sofortige Amtsniederlegung und die Übergabe der Macht an den Vizepräsidenten aus.

Dann müsse ein Rat den Übergang in die Demokratie vorbereiten, forderten etwa 300 im Exil lebende Oppositionelle auf einem zweitägigen Treffen in der Türkei.

Rastan weiter unter Beschuss

Die syrischen Streitkräfte beschossen auch am Freitag nach Angaben von Aktivisten die Stadt Rastan mit Artillerie und schweren Maschinengewehren. Mindestens zwei Menschen seien getötet worden, teilten die örtlichen Koordinierungskomitees mit.

Die Stadt Rastan und das nahegelegene Talbiseh in Mittelsyrien werden seit einer Woche von Heereseinheiten belagert. Seit Samstag sollen dabei 74 Menschen getötet worden sein. Nach Angaben der Koordinierungskomitees feuerten Soldaten auch auf Einwohner, die aus Rastan zu fliehen versuchten.

dapd/sda/bru

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