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Führender Oppositionspolitiker in Burundi erschossen

Unbekannte töten den hochrangigen Oppositionellen Zedi Feruzi mit einer Kugelsalve vor seinem Haus.

Die Proteste gegen Präsident Pierre Nkurunziza gehen auch nach dem gescheiterten Putsch weiter: Ein Demonstrant hält vor Soldaten die Hände in die Höhe (19. Mai 2015).
Die Proteste gegen Präsident Pierre Nkurunziza gehen auch nach dem gescheiterten Putsch weiter: Ein Demonstrant hält vor Soldaten die Hände in die Höhe (19. Mai 2015).
Goran Tomasevic, Reuters

Der Chef einer Oppositionspartei im gewaltgeplagten Burundi ist lokalen Medien zufolge am Samstag von unbekannten Attentätern ermordet worden. Die in dem afrikanischen Land bekannte Nachrichtenorganisation Iwacu berichtete auf ihrer Webseite, dass Zedi Feruzi von der UPD-Zigamibanga-Partei am Samstagabend in derHauptstadt Bujumbura aus einem fahrenden Auto vor seinem Haus erschossen worden sei. Auch einer von Feruzis Leibwächtern sei dabei getötet worden.

Die ohnehin schon zerrütteten Verhältnisse in dem kleinen, armen Land im Zentrum Afrikas dürften damit noch dramatischere Zustände annehmen. In Burundi kommt es seit Wochen zu Unruhen. Auslöser war die Bekanntgabe der Regierungspartei, dass Präsident Pierre Nkurunziza für eine dritte Amtszeit kandidieren will. Gegner halten dies für illegal, weil die Verfassung lediglich zwei fünfjährige Amtsperioden vorsieht. Nkurunziza dagegen behauptet, er dürfe nochmals antreten, weil er beim ersten Mal vom Parlament und nicht vom Volk gewählt worden sei.

Bis 200'000 Menschen auf der Flucht

Seit der Ankündigung von Nkurunzizas Ambitionen für die Präsidentschaftswahl am 26. Juni starben mindestens 20 Menschen bei Strassenprotesten, 431 andere wurden verletzt. Bis zu 200'000 Menschen sollen bislang in die Nachbarländer geflohen sein, viele davon in Flüchtlingslager in Tansania. In diesem Monat hatten die Sicherheitskräfte des Präsidenten einen Militärputsch zurückgeschlagen, mit dem versucht worden war, ihn zu stürzen. Drei Generäle wurden daraufhin festgenommen.

Der UN-Generalsekretär verurteilte die Tat. Diese sorge für noch mehr Misstrauen und eine weitere Zunahme der Gewalt, teilte ein Sprecher von Ban Ki Moon in einer Erklärung mit. Darin wurden alle Parteien in Burundi aufgerufen, den von den Vereinten Nationen geführten politischen Dialog weiterzuführen. Eine Fortsetzung der Gespräche war am Donnerstag geplant.

Die internationale Gemeinschaft hatte Nkurunziza bereits vor längerem aufgerufen, die Wahlen angesichts der Unruhen zu verschieben. Die USA hatten sich enttäuscht über die Ambitionen des Präsidenten gezeigt.

SDA/hvw

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