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Französische Truppen nehmen strategisch wichtige Stadt ein

In Mali haben die Franzosen auf ihrem Weg nach Norden die Stadt Gao komplett eingenommen. Dabei zerstörten sie wichtige Logistikstützpunkte in der Hochburg der Islamisten.

Weiterhin gibt es Gefechte rund um die eingenommenen Infrastrukturen: Der Eingang des Flughafens Gao. (26. Januar 2013)
Weiterhin gibt es Gefechte rund um die eingenommenen Infrastrukturen: Der Eingang des Flughafens Gao. (26. Januar 2013)
Keystone

Nach dem Flughafen und einer Brücke in der nordostmalischen Stadt Gao haben französische und malische Soldaten auch den Rest der strategisch wichtigen Stadt erobert. Bei dem Einsatz seien zahlreiche Fahrzeuge und Logistikstützpunkte der Islamisten zerstört worden. Das teilte das französische Verteidigungsministerium heute Abend in Paris mit. Soldaten aus Niger und dem Tschad würden nun die Kontrolle in Gao übernehmen.

Der in Malis Hauptstadt Bamako geflohene Bürgermeister von Gao, Sadou Diallo, sei dank der Militäraktion in die Stadt zurückgekehrt, hiess es in der Mitteilung weiter. Gao war bislang eine Hochburg der Islamisten, die im April 2012 die Kontrolle im Norden Malis übernommen hatten.

Plan für freie Wahlen

Gao ist eine Hochburg der Islamisten, die den Norden des westafrikanischen Landes seit April 2012 unter ihrer Kontrolle haben. Die Stadt liegt etwa 1200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako und wurde zuletzt von der islamistischen Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika (MUJAO) kontrolliert.

In der Hauptstadt Bamako einigte sich der Ministerrat auf einen Plan zur Wiederherstellung von Malis territorialer Integrität und zur Organisation freier und fairer Wahlen. Das teilte die Präsidentschaft mit. Nun muss noch das Parlament dem Dokument zustimmen.

Truppen erreichen bald Umgebung von Timbuktu

Die französischen Truppen werden nun nach Einschätzung von Regierungschef Jean-Marc Ayrault bald die Umgebung der kulturell bedeutenden Stadt Timbuktu erreichen. Ayrault bekräftigte, dass Frankreich nicht vorhabe, seine Truppen längerfristig in Mali zu stationieren. «Das Ziel ist, dass die afrikanische multinationale Truppe aufgestellt wird und in der Lage ist zu übernehmen, und dass Mali in der Lage ist, einen Prozess der politischen Stabilisierung einzuleiten», sagte der Premierminister.

Die Oasenstadt Timbuktu am Rande der Sahara wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe gelistet. Die radikalen Islamisten, die im April 2012 die Kontrolle im Norden Malis übernommen hatten, zerstörten dort zahlreiche Mausoleen islamischer Heiliger und lösten damit weltweite Empörung aus.

Westafrikanische Staaten sagen 6000 Soldaten zu

Die westafrikanischen Staaten wollen zudem eine deutlich grössere Eingreiftruppe für Mali aufstellen als bislang zugesagt. Statt der bisher geplanten rund 4000 Soldaten entsenden die ECOWAS-Länder 5700 Soldaten im Rahmen der Internationalen Unterstützungsmission für Mali (MISMA).

Die sagte der ivorische Generalstabschef Soumaïla Bakayoko heute nach einem Krisentreffen mit seinen westafrikanischen Kollegen in Abidjan. Die Elfenbeinküste hat derzeit den Vorsitz der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) inne. Zusätzlich zu den 5700 westafrikanischen Soldaten will der Tschad rund 2000 Soldaten nach Mali schicken.

Militärausbilder kommen Mitte Februar

Die Europäische Union wird Mitte Februar mit der Entsendung von Militärausbildern nach Mali beginnen, wie ein Sprecher der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel sagte. Diplomaten nannten den 12. Februar als Starttermin.

Alle Ausbilder sollen bis Mitte März vor Ort sein, so dass am 1. April das Training aufgenommen werden könne. Zuvor müssen noch die EU-Minister das Startsignal geben.

3700 französische Soldaten im Einsatz

Die Islamisten in Mali waren vor zwei Wochen überraschend Richtung Süden vorgerückt. Um einen weiteren Vormarsch zu stoppen, hatte Frankreich militärisch eingegriffen. Inzwischen sind in Mali 2500 französische Soldaten im Einsatz. Insgesamt seien 3700 französische Armeekräfte an der «Operation Serval» beteiligt, erklärte Verteidigungsminister Le Drian.

US-Präsident Barack Obama drückte seinem französischen Kollegen François Hollande in mehreren Telefonaten seine Unterstützung für den Einsatz aus. Beide Staatschefs seien sich einig gewesen, dass schnell ein Militäreinsatz unter afrikanischer Führung in Mali starten müsse. Nötig sei auch ein Fahrplan für die Organisation von Wahlen.

SDA/rbi

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