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Frankreichs letzte Kampftruppen verlassen Afghanistan

Der Kampfeinsatz von Frankreich in Afghanistan gehört offiziell der Vergangenheit an. Am Morgen sind die letzten 400 Soldaten aus der Provinz Kapisa in Richtung Hauptstadt Kabul aufgebrochen.

Packen ihre Sachen: Französische Soldaten in Kabul.
Packen ihre Sachen: Französische Soldaten in Kabul.
Reuters

Nach elf Jahren hat Frankreich heute seinen Kampfeinsatz in Afghanistan offiziell beendet. Die letzten 400 Soldaten der Kampftruppen begannen am Morgen mit dem Abzug aus ihrem Feldlager in der Provinz Kapisa.

Bereits im Juli hatten die Franzosen offiziell die Sicherheitsverantwortung für die nordöstlich der Hauptstadt Kabul gelegene Provinz an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben. Durch Kapisa verlaufen strategisch wichtige Verbindungsstrassen von Kabul nach Pakistan. Die Lage in der Provinz hat sich nach offiziellen Angaben stabilisiert, doch gibt es weiter Angriffe. Zwei der sechs Bezirke sollen teilweise von Aufständischen kontrolliert werden.

Nach Angaben des französischen Kommandanten in Kapisa, General Eric Hautecloque-Raysz, sollen fortan 4700 afghanische Polizisten und Soldaten – unterstützt von 250 US-Soldaten – in der Provinz für Sicherheit sorgen. Da die Rebellen zehn Mal weniger Kräfte hätten, sei er optimistisch.

Insgesamt 88 französische Soldaten getötet

In Kapisa waren seit Beginn der Stationierung französischer Kräfte im Jahr 2008 insgesamt 60 französische Soldaten getötet worden. Die französische Armee, die nach den USA, Grossbritannien, Deutschland und Italien die meisten Truppen für die internationale Afghanistantruppe ISAF beisteuerte, verlor seit Beginn des Einsatzes Ende 2001 insgesamt 88 Soldaten.

Auch nach dem Abzug der Kampftruppen sollen nach Januar 2013 noch 1500 französische Soldaten in Afghanistan bleiben. Zwei Drittel davon sollen bis zum Sommer den Abzug Frankreichs abwickeln. Danach bleiben noch rund 500 französische Einsatzkräfte für eine nicht näher genannte Zeit zur Ausbildung afghanischer Einheiten in Kabul stationiert.

Hollande zog Abzugstermin um ein Jahr vor

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hatte im Januar nach einer Reihe tödlicher Angriffe auf französische Soldaten den Abzug der Kampftruppen auf Ende 2013 vorverlegt. Sein Nachfolger François Hollande zog den Termin dann noch einmal um ein Jahr vor. Allgemein soll der ISAF-Einsatz Ende 2014 enden.

AFP/bh/wid

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