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Fatah und Hamas reichen sich die Hände

Die beiden Palästinensergruppen wollen gemeinsam die Kontrolle im Gazastreifen übernehmen. Ein dauerhafter Waffenstillstand mit Israel ist somit näher gerückt.

Es herrscht Einigkeit: Azzam al-Ahmad (Fatah, links) und Musa Abu Marzouk (Hamas) in einem Hotel in Kairo. (24. September 2014)
Es herrscht Einigkeit: Azzam al-Ahmad (Fatah, links) und Musa Abu Marzouk (Hamas) in einem Hotel in Kairo. (24. September 2014)
Keystone

Die Palästinensergruppen Fatah und Hamas haben sich auf die Rückkehr zu einer Einheitsregierung im Gazastreifen verständigt. Die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und die radikalislamische Hamas hätten nach zweitägigen Verhandlungen in Kairo eine Übereinkunft erzielt.

Das teilten Vertreter beider Seiten in der ägyptischen Hauptstadt mit. Die Vereinbarung gilt nach dem Gaza-Krieg als wichtige Voraussetzung für Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand mit Israel und den Erfolg einer internationalen Geberkonferenz für den Küstenstreifen im Oktober. Allerdings seien zwei Knackpunkte – die Bezahlung ehemaliger Regierungsangestellter der Hamas und die Kontrolle über die Sicherheitskräfte – nach wie vor nicht gelöst.

45'000 Gehälter nicht bezahlt

Die Einheitsregierung war im April zwischen den Palästinensergruppen vereinbart worden. Allerdings warf die von der Fatah dominierte Palästinensische Autonomiebehörde der Hamas vor, die Handlungsfähigkeit der Konsensregierung im Gazastreifen stark zu begrenzen. Gleichzeitig kritisiert die Hamas, dass die Autonomiebehörde die Gehälter der von ihr eingesetzten 45'000 Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst nicht bezahlt.

Nach dem 50-tägigen Gaza-Krieg hatten sich Israel und die Palästinenser am Dienstag auf die Wiederaufnahme indirekter Gespräche über einen dauerhaften Waffenstillstand ab Ende Oktober geeinigt.

Geberkonferenz Mitte Oktober

Als Voraussetzung für den Erfolg der Verhandlungen gilt ein geschlossenes Auftreten der Palästinenser und die Einbindung der Hamas in eine Einheitsregierung. Noch vor den Gesprächen soll am 12. Oktober eine internationale Geberkonferenz für den Wiederaufbau des Gazastreifens stattfinden. Auch hier hatten zahlreiche Staaten die Rückkehr zu einer Einheitsregierung zur Voraussetzung für ihre Teilnahme gemacht.

Die israelische Armee hatte nach anhaltendem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen im Juli eine Offensive mit Luftangriffen und zeitweise auch Bodentruppen gestartet. Insgesamt wurden im Gaza-Krieg mehr als 2140 Palästinenser und 73 Israelis getötet. Weite Teile des Küstenstreifens wurden zerstört. Seit dem 26. August gilt eine Waffenruhe in dem Konflikt.

SDA/rar

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