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Ex-Rebellen greifen libysche Regierung an

Schwer bewaffnet haben rund 200 ehemalige Kämpfer der libyschen Rebellen den Sitz der Übergangsregierung in Tripolis umzingelt. Sie waren erzürnt, weil versprochene Bonus-Zahlungen ausgesetzt wurden.

«Das Verteidigungsministerium verhandelt mit den Kämpfern»: Regierungssprecher Nasser al-Manaa (Mitte) spricht nach dem Angriff auf den Regierungssitz, flankiert von zwei weiteren Offiziellen.
«Das Verteidigungsministerium verhandelt mit den Kämpfern»: Regierungssprecher Nasser al-Manaa (Mitte) spricht nach dem Angriff auf den Regierungssitz, flankiert von zwei weiteren Offiziellen.
AFP

Aus Wut über ausstehende Zahlungen haben Dutzende ehemalige Aufständische den Sitz der libyschen Übergangsregierung angegriffen. Rund 200 Bewaffnete umzingelten das Gebäude in der Hauptstadt Tripolis und gaben Schüsse ab, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Demnach wurden bei Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften ein Mensch getötet und vier verletzt.

Die Ex-Rebellen seien mit 50 Fahrzeugen und zahlreichen Waffen jeglichen Kalibers angerückt, sagte Regierungssprecher Nasser al-Manaa. Die Sicherheitskräfte seien gezwungen gewesen einzugreifen, um die Angreifer zurückzuschlagen. Dabei sei ein Angehöriger einer dem Innenministerium unterstellten Kommission getötet worden. Zudem habe es drei Verletzte auf Seiten der libyschen Sicherheitskräfte gegeben und einen weiteren bei den Angreifern.

Betrug im Bonus-System

Die Ex-Rebellen hätten Zahlungen aus einem Bonus-System gefordert, von dem ehemalige Kämpfer gegen die Armee des gestürzten Machthabers Muammar al-Ghadhafi profitieren sollen, sagte Al-Manaa. Das Geld soll die ehemaligen Aufständischen dazu bringen, ihre Waffen abzugeben. Wegen weitverbreiteten Betrugs hatte die Übergangsregierung die Zahlungen im April aber vorerst gestoppt. Bei Milizionären, die bislang leer ausgingen, stiess dies auf heftigen Protest. Bereits damals griffen sie kurz den Regierungssitz in Tripolis an.

«Das Innenministerium hat die Angreifer festgenommen, und die Lage ist unter Kontrolle», sagte Ministerpräsident Abdel Rahim al-Kib am Abend. Seine Regierung werde sich keiner «Erpressung und Gesetzlosen» beugen. Tripolis werde «nicht unter der Bedrohung durch Waffen verhandeln».

AFP/rub

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