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Europäer setzen China unter Druck

Nach den USA fordert nun auch die EU, dass Peking seine Währung aufwertet – in einem schärfer werdenden Ton.

Krisenstimmung: Die europäische und die chinesische Delegation am Dienstag in Brüssel.
Krisenstimmung: Die europäische und die chinesische Delegation am Dienstag in Brüssel.
Reuters

Der Konflikt um die niedrig gehaltene Währung Chinas wird schärfer. Die Europäer verlangten am Dienstag in Brüssel am Rande des EU-Asien-Gipfels in ungewöhnlich deutlichen Worten eine Aufwertung des Yuan.

Die EU geht aber nicht so weit wie die USA - Washington brachte inzwischen Strafzölle gegen chinesische Produkte auf den Weg. Am Rande des Spitzentreffens ging es um wichtige Vorhaben: So will Japan nach dem Vorbild Südkoreas einen Freihandelspakt mit der EU schmieden.

«Nicht das, was wir uns erhofft hatten»

In die Debatte um Chinas Währung schaltete sich auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel ein. Sie forderte von Peking die Übernahme von Verantwortung: «Da geht es einmal um die Wechselkurse der Währung, die möglichst realistische Werte haben müssen.» Die EU ist der grösste Exportmarkt für China.

Die Ankündigung Pekings vom Juni, die feste Anbindung des Yuan an den US-Dollar aufzuheben, habe bisher nicht die gewünschte Wirkung gezeigt, bemängelte der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, Luxemburgs Jean-Claude Juncker, nach einem Treffen mit dem chinesischen Regierungschef Wen Jiabao. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, stiess ins gleiche Horn: «Die Entwicklung des effektiven Wechselkurses ist nicht genau das, was wir erhofft hatten.» Die Entscheidung vom Juni zu mehr Flexibilität wurde aber bei dem Treffen von China bestätigt.

China wird seit Jahren vorgeworfen, seine Ausfuhren mit dem künstlich unterbewerteten Yuan zu verbilligen. Die US-Amerikaner treten inzwischen sehr hart auf; das Repräsentantenhaus beschloss Ende September Strafzölle für China-Importe. Der Entwurf muss nun noch den Senat passieren.

SDA/oku

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