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Es geht abwärts in Afghanistan

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich nach Angaben der Vereinten Nationen im Vergleich zum Vorjahr keineswegs verbessert. Im Gegenteil.

Zigarettenpause im Gefecht: Amerikanische Marines im Februar in Marjah i der Provinz Helmand.
Zigarettenpause im Gefecht: Amerikanische Marines im Februar in Marjah i der Provinz Helmand.
Keystone

Ein am Samstag veröffentlichter Bericht von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon an den Sicherheitsrat zeichnet ein recht düsteres Bild. So nahm die Zahl der Bombenanschläge auf den Strassen in den ersten vier Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 94 Prozent zu. Die Zahl der Mordanschläge auf afghanische Behördenvertreter sei um 45 Prozent gestiegen. Pro Woche würden etwa drei Selbstmordanschläge verübt, heisst es in dem Bericht weiter: die Hälfte davon in Gegenden im Süden Afghanistans, die überwiegend von Paschtunen bewohnt werden.

Der Bericht der Vereinten Nationen steht im Gegensatz zu Äusserungen aus dem amerikanischen Verteidigungsministerium, wo es zuletzt hiess, es gebe langsame, aber stetige Fortschritte in Afghanistan. Allerdings räumt auch der UNO-Bericht ein, dass die Zunahme der Angriffe auch mit den Militäroffensiven zu Beginn des Jahres im Süden des Landes zusammenhänge.

Mehr Kämpfe, mehr getötete Soldaten

Es gebe aber auch ermutigende Zeichen, heisst es in dem Papier weiter. Dazu gehöre das Vorhaben der Regierung, auf die aufständischen Taliban zuzugehen. Die Vereinten Nationen arbeiteten auch eng mit der afghanischen Regierung zusammen, um die für September geplante Parlamentswahl vorzubereiten.

Wegen der verstärkten Militäreinsätze steigt unterdessen weiterhin die Zahl der getöteten Soldaten aus den USA und den weiteren Ländern, die an dem Konflikt beteiligt sind. Der Juni droht zum verlustreichsten Monat für die US-Truppen seit dem Einmarsch in Afghanistan Ende 2001 zu werden. Verteidigungsminister Robert Gates hatte am Mittwoch versichert, es gebe Fortschritte. «Wir gewinnen wieder die Initiative zurück.»

dapd/raa

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