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Ertrunkene afrikanische Flüchtlinge wurden an Strand gespült

Auf der Flucht aus Äthiopien und Somalia sind 60 Flüchtlinge vor der jemenitischen Küste ertrunken. Ein Vertreter der UNO spricht von der «grössten derartigen Tragödie» in diesem Jahr.

Vor der Küste des Jemens sind 60 Bootsflüchtlinge aus Äthiopien und Somalia ertrunken. «Das ist die grösste derartige Tragödie vor der jemenitischen Küste in diesem Jahr», sagte der Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Adrian Edwards, in Genf.

Auch zwei jemenitische Bootsführer seien bei dem Unglück im Gebiet der Meerenge Bab al-Mandab («Tor der Tränen») zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden ertrunken.

Das jüngste Unglück ereignete sich den Angaben zufolge bereits am vergangenen Sonntag. Viele der Opfer seien an den Strand gespült und von der örtlichen Bevölkerung begraben worden.

Ruf nach Hilfe

Auch im Januar, März und April habe es vor der jemenitischen Küste Bootsunglücke mit Toten gegeben. Insgesamt seien in diesem Jahr vor der jemenitischen Küste bereits mehr als 120 Flüchtlingen bei dem Versuch umgekommen, das arabische Land zu erreichen.

«Wir erneuern unseren Aufruf an die Regierungen der Region, ihre Möglichkeiten zur Rettung von Menschen in Seenot zu verstärken», sagte er UNHCR-Sprecher. Zugleich bot die Organisation dafür Unterstützung an.

Überfüllte Boote

Immer wieder komme es vor, dass Flüchtlingsboote gefährlich überfüllt seien, erklärte Edwards. Zudem gebe es Berichte, wonach Menschenschmuggler Flüchtlinge über Bord gestossen hätten, um ein Kentern ihrer Boote zu verhindern.

Bislang haben laut UNHCR in diesem Jahr 16'500 Migranten die Küste des Jemens erreicht, in den vergangenen fünf Jahren seien es insgesamt mehr als eine halbe Million gewesen. Die meisten waren Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Somalia sowie aus Äthiopien und Eritrea, die ebenfalls zu den ärmsten Länder der Welt zählen.

Viele Flüchtlinge hoffen, im Jemen oder in den reicheren Golfstaaten weiter nördlich Arbeit zu finden. Das UNHCR betreibt an der Küste drei Transitzentren für Flüchtlinge.

Während Somalier aufgrund des Bürgerkriegs in ihrer Heimat gleich den Status von Flüchtlingen erhalten, bekommen andere afrikanische Flüchtlinge Papiere, die 20 Tage lang gültig sind. Damit können sie nach Aden oder Sanaa weiterreisen, um dort Asyl zu beantragen.

(SDA)

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