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Erstmals seit «Black Hawk Down» wieder US-Soldaten in Somalia

«Weniger als fünf» US-Militärangehörige sind im Land am Horn von Afrika eingetroffen. Sie werden dort die somalischen Sicherheitskräfte beraten. Die USA überwinden damit ein Trauma aus dem Jahr 1993.

1993 wurden in Somalia 18 US-Soldaten getötet: Szene aus dem Film «Black Hawk Down». (Archivbild)
1993 wurden in Somalia 18 US-Soldaten getötet: Szene aus dem Film «Black Hawk Down». (Archivbild)
Keystone

Die USA haben zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren wieder Soldaten in Somalia stationiert. In den vergangenen Monaten seien einige Militärberater in das Land am Horn von Afrika geschickt worden, teilte der Sprecher des Afrika-Kommandos der US-Armee, Tom Davis, am Freitag mit.

Die «Koordinierungszelle» habe die Aufgabe, die Soldaten der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) und die somalischen Sicherheitskräfte zu beraten. Wie ein Armeevertreter der Nachrichtenagentur AFP sagte, handelt es sich insgesamt um «weniger als fünf» Soldaten, die am Flughafen von Mogadiscio stationiert sind.

1993 wurden 18 US-Soldaten getötet

Das kleine Team wurde demnach im Oktober aufgebaut und ist seit Dezember voll einsatzfähig. Es handelt sich um die erste Stationierung von US-Soldaten in Somalia seit 1993, als in der Hauptstadt Mogadiscio zwei Blackhawk-Helikopter abgeschossen und 18 US-Soldaten getötet wurden.

Der verhängnisvolle Einsatz wurde in dem Hollywood-Film «Black Hawk Down» verfilmt. Seit dem Debakel hatte sich die US-Regierung auf Mitarbeiter des Geheimdienstes CIA, kleinere Einsätze von Spezialeinheiten und Drohnenangriffe gestützt.

Das unabhängige Journalisten-Netzwerk «Bureau of Investigative Journalism» zählte in Somalia 4 bis 10 US-Drohnen-Attacken seit 2007. Zwischen 9 und 30 Menschen sollen getötet worden sein, darunter bis zu 16 Zivilisten.

Kampf gegen Islamisten

Die AMISOM-Soldaten sind seit 2007 unter UNO-Mandat in Somalia stationiert, wo sie aufständische Islamisten bekämpfen. Gemeinsam mit den somalischen Regierungstruppen gelang es den Soldaten aus Uganda, Burundi, Dschibuti, Kenia, Sierra Leone und Uganda in den vergangenen 18 Monaten, die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbündete al-Shabaab-Miliz aus Mogadiscio und anderen grösseren Städten zu vertreiben. Im November stimmte der UNO-Sicherheitsrat einer Aufstockung der Truppen um 4400 auf 22'100 zu.

In Somalia tobt seit dem Sturz Machthaber Siad Barre 1991 ein blutiger Bürgerkrieg. Eine funktionierende Staatsgewalt im gesamten Land gibt es nicht. Die Shabaab-Miliz kontrolliert weite Teile im Zentrum und Süden Somalias und verübt immer wieder Anschläge auf die Behörden und Sicherheitskräfte.

SDA/chk

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