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Erster Bombenanschlag seit Jahren erschüttert Jerusalem – eine Tote

Bei einem Bombenanschlag mitten in Jerusalem starb mindestens eine Person. Über 30 verletzten sich. Israel kündete bereits eine Gegenreaktion an, um allfällige Terroristen vor weiteren Taten abzuschrecken.

Chaos auf offener Strasse: Bei einer Detonation gab es mehrere Verletzte, die Scheiben eines Busses wurden zertrümmert. (23. März 2011)
Chaos auf offener Strasse: Bei einer Detonation gab es mehrere Verletzte, die Scheiben eines Busses wurden zertrümmert. (23. März 2011)
Reuters
Mindestens 20 Menschen sollen sich beim Anschlag verletzt haben. Vier davon würden sich in Lebensgefahr befinden.
Mindestens 20 Menschen sollen sich beim Anschlag verletzt haben. Vier davon würden sich in Lebensgefahr befinden.
Reuters
Der Sprengkörper sei in einer Tasche versteckt worden.
Der Sprengkörper sei in einer Tasche versteckt worden.
Reuters
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Bei einem Bombenanschlag mitten in Jerusalem sind heute mindestens ein Mensch getötet und dutzende weitere verletzt worden. Eine Frau erlag nach Angaben des israelischen Rundfunks ihren Verletzungen, zuvor hatte die Polizei von 31 Verletzten gesprochen. An der Grenze zum Gazastreifen spitzte sich die Situation immer mehr zu, Israel drohte mit Konsequenzen auf palästinensischen Raketenbeschuss.

Die Explosion ereignete sich kurz nach 15 Uhr Ortszeit in der Nähe des zentralen Busbahnhofes und eines wichtigen Konferenzzentrums der Stadt. Die Bombe war in einer Tasche versteckt, die an einem Kiosk abgestellt wurde, wie der Minister für innere Sicherheit, Jizchak Aharonovitch, sagte. Sie explodierte, als sich zwei Busse in der Nähe befanden. Jerusalems Polizeichef Aaron Franco sagte, die Bombe sei nahe einer Telefonzelle versteckt gewesen. Er sagte, unter den 31 Verletzten seien zwei Schwerverletzte.

Detonation war weit herum zu spüren

Die Wucht der Detonation erschütterte umliegende Gebäude bis in mehrere hundert Meter Entfernung. Eine AFP-Korrespondentin sah blutende Menschen am Boden liegen. Die Fensterscheiben von Bussen und Autos waren zerborsten. Sirenengeheul tönte durch die Stadt, als dutzende Krankenwagen und Feuerwehrautos zum Unglücksort eilten. Alle Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht.

Hinweise auf die Täter lagen zunächst nicht vor. Die Explosion traf unter anderem einen Bus der Linie 174, der nach Maale Adumim fahren sollte, einer ausgedehnten jüdischen Siedlung im Westjordanland. Die Polizei sperrte den Anschlagsort ab und suchte mit Spürhunden nach möglichen weiteren Sprengsätzen in der Umgebung.

Israels Innenminister Eli Jischai sagte, es gebe eine «Eskalation an allen Fronten». «Israel wird reagieren müssen, um die Terroristen abzuschrecken.»

Letzter Anschlag vor drei Jahren

Zuletzt hatte es vor drei Jahren einen Anschlag in Jerusalem gegeben. Im März 2008 hatte ein Palästinenser in einer jüdischen Religionsschule im Westen der Stadt acht jugendliche Talmud-Schüler getötet und mehrere weitere verletzt. Der Palästinenser wurde noch am Tatort von der Polizei getötet. Zu dem Angriff bekannte sich die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas.

Nach dem Tod von acht Palästinensern, unter ihnen vier Zivilisten, durch israelische Angriffe im Gazastreifen am Dienstag feuerten bewaffnete Palästinensergruppen am Mittwoch erneut Raketen und Granaten auf Israel ab. Vor dem Parlament in Jerusalem kündigte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu dazu eine «aggressive und entschlossene» Antwort an. Israel werde reagieren, um die Bevölkerung vor dem Beschuss zu schützen.

Die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Jihad bekannte sich zum Abschuss von drei Raketen auf israelisches Territorium, von denen zwei die Stadt Beerscheva trafen und eine nahe des Hafens der Stadt Aschdod einschlug. In Beerscheva wurde ein Mensch durch Splitter leicht verletzt, in den anderen Fällen gab es weder Verletzte noch Schäden. Weitere Geschosse trafen den Süden Israels.

Der bewaffnete Arm des Islamischen Jihad, die El-Kuds-Brigaden, kündigte an, immer weiter ins Landesinnere Israels schiessen zu wollen. «Ab jetzt gibt es keine rote Linie mehr für den Widerstand, solange der Feind nicht die Erklärungen und Satzungen der UNO respektiert und weiterhin Zivilisten tötet», erklärte ein Sprecher der Gruppe.

AFP/mrs/miw

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