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Ein Toter bei Krawallen in Kairo

Aus Protest gegen Mohammed Mursi sind in mehreren ägyptischen Städten tausende Menschen auf die Strasse gegangen. In Kairo kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten.

Dutzende Personen wurden verletzt: Polizisten feuern in Kairo Tränengasgeschosse. (1. Februar 2013)
Dutzende Personen wurden verletzt: Polizisten feuern in Kairo Tränengasgeschosse. (1. Februar 2013)
AFP
Flammen vor dem Präsidentenpalast: Demonstranten in Kairo. (1. Februar 2013)
Flammen vor dem Präsidentenpalast: Demonstranten in Kairo. (1. Februar 2013)
AFP
Besonders religiöse Minderheiten sorgen sich um ihre Rechte: Ein Mann hält einen Koran in der rechten und ein Kreuz in der linken Hand. (1. Februar 2013)
Besonders religiöse Minderheiten sorgen sich um ihre Rechte: Ein Mann hält einen Koran in der rechten und ein Kreuz in der linken Hand. (1. Februar 2013)
Reuters
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Bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften während Protesten gegen Präsident Mohammed Mursi ist in der ägyptischen Hauptstadt Kairo ein Mensch getötet worden. Ein 23-jähriger Mann sei an Schussverletzungen gestorben, sagte der Vizechef des Gesundheitsamts, Ahmed al-Ansari, der Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt seien mindestens 53 Menschen bei den Ausschreitungen verletzt worden.

Nach einer zunächst friedlichen Demonstration von Regierungsgegnern in Kairo war es vor dem Präsidentenpalast zu neuen Krawallen gekommen. Einige der Demonstranten warfen Molotow-Cocktails auf das Gelände, Sicherheitskräfte reagierten mit Wasserwerfern und Tränengas und versuchten die Menge zu vertreiben.

Mursi kündigte entschiedenes Vorgehen an

Präsident Mohammed Mursi betonte in einer Erklärung, dass die Sicherheitskräfte entschieden vorgehen würden, um staatliche Gebäude zu schützen, wie «Al-Jasira» berichtete. Gleichzeitig sagte er, Oppositionsgruppen, die hinter der Gewalt stünden, würden dafür politisch zur Verantwortung gezogen werden. Die oppositionelle Nationale Heilsfront, die zu den Massenprotesten nach den Freitagsgebeten aufgerufen hatte, wies jegliche Verantwortung für die Krawalle vor dem Präsidentenpalast zurück. Erst am Donnerstag hatte die Bewegung gemeinsam mit den Islamisten die tödliche Gewalt der vergangenen Woche scharf verurteilt.

In der Stadt Port Said, wo die meisten der fast 60 Opfer der jüngsten Gewaltwelle getötet worden waren, marschierten Tausende durch die Strassen und forderten den Rücktritt von Mursi. Zunächst kam es zu keinen grösseren Ausschreitungen. Auch in Ägyptens zweitgrösster Stadt Alexandria gingen Menschen gegen Mursi und die Politik seiner Partei für Freiheit und Gerechtigkeit - dem politischen Arm der Muslimbruderschaft - auf die Strasse.

Die Oppositionellen fordern neben dem Rücktritt der Regierung auch eine Änderung der massgeblich von Islamisten entworfenen Verfassung und die Ernennung eines neuen Generalstaatsanwalts.

Ein Jahr seit der Stadionträgödie von Port Said

In der vergangenen Woche war in Ägypten die Gewalt eskaliert, nachdem Oppositionelle zum Jahrestag der ersten Proteste gegen Ex-Staatspräsident Hosni Mubarak am 25. Januar zu Demonstrationen gegen die neue Verfassung aufgerufen hatten.

Zudem war es nach Todesurteilen gegen 21 Fussballfans aus Port Said am vergangenen Samstag zu Unruhen gekommen. Vor einem Jahr waren dort mindestens 74 Menschen bei einer Stadiontragödie gestorben und Hunderte verletzt worden, als es bei einem Spiel des Klubs Al Masri gegen den Kairoer Verein Al Ahli zu Ausschreitungen gekommen war. Fans aus Port Said machen jedoch Getreue der Mubarak-Regierung für den Gewaltausbruch verantwortlich.

AFP/sda/ses

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