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«Die USA sind mitschuldig am Militärputsch»

In einem Interview hat US-Aussenminister John Kerry den Sturz von Mohammed Mursi in Ägypten für legitim erklärt. Die Muslimbrüder reagieren entsetzt auf die Kehrtwende in der US-Politik.

Verstehen die Aussagen von US-Aussenminister Kerry nicht: Demonstrierende Muslimbrüder in Kairo.
Verstehen die Aussagen von US-Aussenminister Kerry nicht: Demonstrierende Muslimbrüder in Kairo.
Keystone

Die US-Regierung hat der Entmachtung des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär nachträglich ihren Segen erteilt. Die Muslimbrüder sind entsetzt über diese Kehrtwende in der US-Politik. «Wir glauben, dass die US-Regierung mitschuldig an dem Militärputsch ist», erklärte der Sprecher der Islamistenbewegung, Gehad al-Haddad, in Kairo. US-Aussenminister John Kerry hatte zuvor in einem Interview des pakistanischen Fernsehsenders GEO TV gesagt, die Armee sei von Millionen Menschen, die ein Abgleiten Ägyptens ins Chaos befürchtet hätten, zum Eingreifen aufgefordert worden.

«Ihr Ziel war es nicht - soweit wir das bisher beurteilen können – die Macht zu übernehmen.» Vielmehr habe die Armee «die Demokratie wiederhergestellt.» Washington sei allerdings sehr besorgt über den Tod von Dutzenden Mursi-Anhängern bei Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften. Dies sei «völlig inakzeptabel».

Der Sprecher der Muslimbrüder forderte die US-Bevölkerung auf, sich gegen eine Regierung zu erheben, «die ihre Werte verrät, indem sie Tyrannei und Diktatur unterstützt». Linke und liberale Parteien in Ägypten hatten der US-Regierung in den vergangenen Monaten vorgeworfen, sie unterstütze die Herrschaft der Islamisten in Kairo.

Islamisten versammeln sich zu Protesten

Die Mursi-Anhänger haben sich bereits wieder in mehreren Moscheen versammelt. Von dort aus sollen am Nachmittag mehrere Demonstrationszüge starten, von denen einer auf einer der meistbefahren Strassen Kairos münden sollen. Die Polizei sicherte mehrere staatliche Gebäude in der Hauptstadt mit Metallsperren ab, darunter auch das Verfassungsgericht.

Die Islamisten wollen die Wiedereinsetzung von Präsident Mursi erreichen, der am 3. Juli von der Armee abgesetzt worden war. Ausserdem demonstrieren sie gegen die geplante Räumung von zwei Protestlagern der Bewegung in Kairo.

SDA/wid

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