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Die künstlichen Wutanfälle

Die Tumulte in islamischen Ländern gehorchen nicht gekränkten Sensibilitäten, sie sind vielmehr geschickt inszeniert. Eine Analyse

Vor der US-Botschaft in Jakarta: Ein Mob verbrennt eine amerikanische Flagge.
Vor der US-Botschaft in Jakarta: Ein Mob verbrennt eine amerikanische Flagge.
Keystone

Die meisten Kommentatoren in den Medien waren sich einig und wiederholten brav, was auch Hillary Clinton, die Aussenministerin in der US-Regierung von Barack Obama, sowie der Sprecher des Weissen Hauses der Öffentlichkeit mitzuteilen hatten. Ursache der antiamerikanischen Demonstrationen und Ausschreitungen von Australien bis nach Tunesien sei das antiislamische Video mit dem Titel «The Innocence of the Muslims», das auf Youtube aufgetaucht sei. Die bär­tigen Männer seien durch die herabwürdigende Darstellung des Propheten Mohammed in ihren religiösen Gefühlen verletzt worden und müssten daher als Reaktion laut schreien und ameri­kanische Fahnen verbrennen und Botschaften abfackeln. Der Streifen, der den Propheten unter anderem beim angedeuteten Oralsex zeigt, sei «ver­urteilungswürdig und abstossend», urteilte der zum Film­kritiker gewandelte Regierungssprecher, und die Journalisten schlossen sich empört und unisono diesem Urteil an. «Primitiv, dumm, widerlich», sei der Film, vergass keiner als Erstes zu betonen, bevor er seinen Beitrag zur Affäre niederzuschreiben begann.

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