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Der hinterhältige Angriff auf einen US-Generalmajor

Mit der Tötung eines US-Generalmajors erzielen die afghanischen Taliban einen grossen Erfolg. Es ist der bisher schwerste von 88 registrierten Inside-Attacken.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind nach dem Anschlag verstärkt worden: Afghanische Soldaten bewachen eine Strasse in Kabul. (6. August 2014)
Die Sicherheitsvorkehrungen sind nach dem Anschlag verstärkt worden: Afghanische Soldaten bewachen eine Strasse in Kabul. (6. August 2014)
Hedayatullah Amid, Keystone
Zuständig für die Ausbildung afghanischer Soldaten: Mitglied der Isaf-Truppen im Camp Kharga in Afghanistan. (5. August 2014)
Zuständig für die Ausbildung afghanischer Soldaten: Mitglied der Isaf-Truppen im Camp Kharga in Afghanistan. (5. August 2014)
Keystone
Ein britischer Soldat hält Ausschau aus dem Camp Kharga. (5. August 2014)
Ein britischer Soldat hält Ausschau aus dem Camp Kharga. (5. August 2014)
Reuters
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Bei einem Anschlag auf eine Delegation der internationalen Schutztruppe Isaf in Kabul ist ein US-Generalmajor getötet worden. Zudem wurden 15 Personen aus der Isaf-Gruppe verletzt, unter ihnen auch ein deutscher General.

Pentagonsprecher John Kirby sagte dem Sender CNN, der Generalmajor sei einer der führenden Köpfe des Ausbildungsprogramms in Afghanistan gewesen. Nach Angaben von US-Medien handelt es sich um Harold Greene. Wie der TV-Sender ABC berichtete, war er seit Januar in Afghanistan stationiert.

Ein Mann in afghanischer Uniform hatte gestern während eines Routinebesuchs der Delegation in einer Kabuler Militärakademie das Feuer eröffnet. Der Vorfall ereignete sich während eines Treffens der Isaf-Offiziere mit afghanischen Führungspersönlichkeiten.

«Wir vermuten, dass der Angreifer ein afghanischer Soldat war», sagte Kirby. Die genauen Umstände müssten aber noch untersucht werden. Verteidigungsminister Chuck Hagel habe den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen.

Deutscher ausser Lebensgefahr

Der deutsche Ein-Sterne-General ist nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr ausser Lebensgefahr. Die Bundeswehr hat insgesamt fünf Generäle in Afghanistan. Das Aussenministerium verurteilte den «verabscheuungswürdigen Anschlag» auf das Schärfste. Die Isaf-Soldaten engagierten sich für das Land «mit hohem Einsatz und unter grossen persönlichen Risiken».

Den Namen des verletzten Brigadegenerals veröffentlichte die Bundeswehr zunächst nicht. Er ist der zweite deutsche General, der während des fast 13-jährigen Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan zum Opfer eines Anschlags wurde.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai verurteilte den Angriff als einen feigen Akt der Feinde Afghanistans, die den Aufbau starker Institutionen verhindern wollten. Das afghanische Verteidigungsministerium erklärte, dass ein «Terrorist in der Uniform der Nationalarmee» das Feuer auf afghanische und ausländische Truppen eröffnet habe.

Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan bezeichneten den Attentäter als Helden. «An diesem Nachmittag hat ein afghanischer Held seine Waffe gegen die ausländischen Invasoren gerichtet», heisst es am Dienstag in einem Statement der Extremisten.

88 Attacken seit 2008

Solche Angriffe von vermeintlichen Verbündeten hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Der US-Internetdienst «Long War Journal» zählt 88 seit Anfang 2008. Die Hälfte der Attentate ereignete sich demnach 2012.

«Afghanistan ist immer noch ein Kriegsgebiet», sagte Kirby. Es sei unmöglich, die Bedrohung durch sogenannte Insider-Angriffe ganz auszuschalten. Ob die Attacke Folgen für die Sicherheitsprüfung afghanischer Soldaten haben wird, sei noch offen.

Insgesamt hätten die afghanischen Sicherheitskräfte aber ein «gutes Jahr gehabt», die Auswirkungen zahlreicher Angriffe begrenzt und zwei Wahlen beschützt. Das Vertrauen in die Afghanen werde durch den Vorfall nicht geringer.

sda/AP/mrs

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