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Der grosse Kampf um Aleppo steht bevor

Die syrische Regierung will heute Aleppo zurückerobern und kündigt eine grosse Offensive an. Die Rebellen verstärken ihre Reihen mit bis zu 2000 Kämpfern. Die USA sind besorgt und befürchten ein Massaker.

Offenbar sind vier Zufahrtsstrassen zum Flughafen von Aleppo in den Händen der Rebellen: Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee in der syrischen Metropole. (25. Juli 2012)
Offenbar sind vier Zufahrtsstrassen zum Flughafen von Aleppo in den Händen der Rebellen: Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee in der syrischen Metropole. (25. Juli 2012)
AFP

Die oppositionellen syrischen Kräfte bereiten sich heute auf den möglicherweise entscheidenden Kampf um die Wirtschaftsmetropole Aleppo. Die syrische Armee beschoss das von Rebellen gehaltene Viertel Salaheddin und andere Bezirke, wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die USA warnten vor einem «Massaker» in der zweitgrössten Stadt des Landes. Unter dem Motto «Aufstand der zwei Hauptstädte – der Befreiungskrieg geht weiter» haben die Aufständischen für Freitag zu neuen Demonstrationen aufgerufen.

In Aleppo könnte ein möglicherweise entscheidender Kampf bevorstehen. Die der Regierung nahestehende Zeitung «Al-Watan» sprach von der «Mutter aller Schlachten» in Aleppo. Die Armee werde weiter «Terroristen» aufspüren und «vernichten» und dann werde Syrien die Krise überwinden, schrieb die Zeitung.

Die Sprecherin des US-Aussenministeriums, Victoria Nuland, warnte, das «Regime» von Staatschef Baschar al-Assad scheine ein Massaker in der zweitgrössten Stadt des Landes zu planen. Es gebe «glaubhafte Berichte über Panzer-Kolonnen», die vor der Stadt zusammengezogen würden. Die Armee setze inzwischen zudem nicht mehr nur Kampfhubschrauber, sondern auch Flugzeuge im Kampf gegen die Rebellen ein. «Unsere Herzen sind bei den Menschen in Aleppo», sagte Nuland. «Das ist ein weiterer verzweifelter Versuch eines untergehenden Regimes, die Kontrolle zu behalten, und wir machen uns grosse Sorgen darüber, was sie in Aleppo anrichten könnten.»

Verstärkung eingetroffen

Angesichts des Vormarschs der Rebellen in Aleppo in den vergangenen Tagen plant die syrische Armee nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Freitag oder Samstag eine Gegenoffensive. Demnach erhielten die 2000 Rebellen in der Stadt Unterstützung von 1500 bis 2000 weiteren Aufständischen. Die Opposition bestätigte die Angaben. «Die militärische Verstärkung ist in Aleppo eingetroffen, wir rechnen jeden Moment mit einer grossangelegten Offensive», sagte ein Sprecher der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA). Demnach schickte die Armee rund hundert Panzer nach Aleppo.

Landesweit wurden der Beobachtungsstelle in London zufolge bei Kämpfen in der Hauptstadt Damaskus, in Aleppo und in anderen Städten mindestens 121 Menschen getötet. Unter den Toten waren demnach mindestens 64 Zivilisten.

Die Unesco forderte die Konfliktparteien in Syrien auf, wichtige Kulturstätten nicht zu beschädigen. Die UN-Kulturorganisation nannte dabei besonders Aleppo. Die Altstadt der historisch bedeutenden Stadt im Nordwesten des Landes zählt zum Unesco-Welterbe.

AFP/wid/bru

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