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Das verseuchte Gepäck des Yassir Arafat

Kurz vor seinem Tod flog der Palästinenserführer zur Behandlung nach Paris. Der Inhalt seiner Reisetasche ergab Hinweise auf eine Vergiftung – und ermöglicht einen Einblick in Arafats Privatleben.

Arafats Gepäck für die letzte Reise: Die Tasche, die den Lausanner Rechtsmedizinern übergeben wurde.
Arafats Gepäck für die letzte Reise: Die Tasche, die den Lausanner Rechtsmedizinern übergeben wurde.
Screenshot Untersuchungsbericht
Zunächst mussten die Wissenschaftler überprüfen, ob es sich dabei auch tatsächlich um die persönlichen Gegenstände des Palästinenserpräsidenten handelte. Haare aus dieser Wollmütze...
Zunächst mussten die Wissenschaftler überprüfen, ob es sich dabei auch tatsächlich um die persönlichen Gegenstände des Palästinenserpräsidenten handelte. Haare aus dieser Wollmütze...
Screenshot Untersuchungsbericht
Ein kranker Mann: Viele verschiedene Medikamente befanden sich in der Tasche.
Ein kranker Mann: Viele verschiedene Medikamente befanden sich in der Tasche.
Screenshot Untersuchungsbericht
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Im Februar 2012 wurde den Experten des Universitätsspitals Lausanne die Tasche übergeben, mit der sich Yassir Arafat auf seine letzte Reise begeben hatte. Der Palästinenserpräsident war schwerkrank im November 2004 von seinem Amtssitz in Ramallah zur Behandlung nach Paris geflogen, wo er kurz darauf starb. Die genaue Todesursache ist bis heute ungeklärt. Die Untersuchung seiner persönlichen Gegenstände sollte Aufschluss darüber geben, ob der Politiker möglicherweise eines gewaltsamen Todes starb.

Zunächst mussten die Wissenschaftler überprüfen, ob es sich dabei auch tatsächlich um Arafats Effekten handelte. Haare aus einer Wollmütze sowie Rückstände an der Brücke einer Brille wurden einer DNA-Analyse unterzogen. Ein Vergleich mit DNA von Arafats Frau und seiner Tochter bewies, dass es seine Gegenstände waren.

Am Ende hatten die Forscher über 70 Gegenstände auf ihre Poloniumwerte untersucht. 38 davon hatten Arafat gehört, die restlichen dienten als Referenz zum Vergleich. Die Forscher stellten ungewöhnlich hohe Werte des radioaktiven Isotops fest. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde 2012 Arafats Leiche exhumiert und untersucht. Die kombinierten Ergebnisse beider Untersuchungen legten die Vermutung nahe, dass Arafat mit Polonium vergiftet worden war.

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