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Das grösste Flüchtlingsdrama der Welt

Seit drei Jahren tobt der Bürgerkrieg in Syrien. Das Flüchtlingshilfswerk der UNO ist empört über die Gleichgültigkeit der Weltgemeinschaft.

Seit dem Ausbruch des Konflikts vor drei Jahren flohen laut der UNO mehr als 2,5 Millionen Syrer ins Ausland: Ein syrischer Flüchtlingsjunge in Istanbul zeigt seinen neugeborenen Bruder, während die Mutter daneben liegt (4. März 2014).
Seit dem Ausbruch des Konflikts vor drei Jahren flohen laut der UNO mehr als 2,5 Millionen Syrer ins Ausland: Ein syrischer Flüchtlingsjunge in Istanbul zeigt seinen neugeborenen Bruder, während die Mutter daneben liegt (4. März 2014).
Gurcan Ozturk, AFP
In Jordanien haben derzeit rund 600.000 syrische Flüchtlinge Zuflucht gefunden: Etwa ein Viertel davon lebt in Flüchtlingscamps, die Mehrheit allerdings versucht in anderen Notquartieren über die Runden zu kommen (13. März 2014).
In Jordanien haben derzeit rund 600.000 syrische Flüchtlinge Zuflucht gefunden: Etwa ein Viertel davon lebt in Flüchtlingscamps, die Mehrheit allerdings versucht in anderen Notquartieren über die Runden zu kommen (13. März 2014).
Mohammad Hannon, Keystone
Wurden aus ihrem Land vertrieben: Syrische Flüchtlinge vor einem Haus in Istanbul (4. März 2014).
Wurden aus ihrem Land vertrieben: Syrische Flüchtlinge vor einem Haus in Istanbul (4. März 2014).
Gurcan Ozturk, AFP
Spielen trotz prekärer Situation: Kinder in einem libanesischen Flüchtlingslager bauen einen Schneemann. (12. Dezember 2013)
Spielen trotz prekärer Situation: Kinder in einem libanesischen Flüchtlingslager bauen einen Schneemann. (12. Dezember 2013)
AFP
Leben in bitterer Kälte: Junge in einem libensichen Camp. (13. Dezember 2013)
Leben in bitterer Kälte: Junge in einem libensichen Camp. (13. Dezember 2013)
AFP
Es fehlt an allem: Ein Mädchen reibt sich die kalten Hände. (12. Dezember 2013)
Es fehlt an allem: Ein Mädchen reibt sich die kalten Hände. (12. Dezember 2013)
Reuters
Nur spärlicher Schutz gegen die winterliche Kälte: Flüchtlinge in einem Lager nahe der libanesischen Grenzstadt Arsal. (12. Dezember 2013)
Nur spärlicher Schutz gegen die winterliche Kälte: Flüchtlinge in einem Lager nahe der libanesischen Grenzstadt Arsal. (12. Dezember 2013)
Alia Haju, Reuters
Prekäre Zustände auch in Flüchtlingslagern in Bulgarien: Rauchverhangene Zeltstadt nahe von Harmanli. (21. November 2013)
Prekäre Zustände auch in Flüchtlingslagern in Bulgarien: Rauchverhangene Zeltstadt nahe von Harmanli. (21. November 2013)
Valentina Petrova, Keystone
Kommen teilweise stark unterernährt in die Flüchtlingslager: Eine junge Syrerin wäscht in einem Camp im libanesischen Al-Faour Reis.
Kommen teilweise stark unterernährt in die Flüchtlingslager: Eine junge Syrerin wäscht in einem Camp im libanesischen Al-Faour Reis.
Keystone
Das ist das dritte Flüchtlingslager in der Umgebung der Stadt al-Azraq, rund 80 Kilometer östlich der jordanischen Haupstadt Amman. Auf einer Fläche von 850 Hektaren ist es unterteilt in zwölf Dörfer, das je 5000-15'000 Flüchtlingen Unterschlupf bietet: Wohncontainer im Flüchtlingslager Azraq, rund 80 Kilometer östlich der jordanischen Haupstadt Amman. (1. September 2013)
Das ist das dritte Flüchtlingslager in der Umgebung der Stadt al-Azraq, rund 80 Kilometer östlich der jordanischen Haupstadt Amman. Auf einer Fläche von 850 Hektaren ist es unterteilt in zwölf Dörfer, das je 5000-15'000 Flüchtlingen Unterschlupf bietet: Wohncontainer im Flüchtlingslager Azraq, rund 80 Kilometer östlich der jordanischen Haupstadt Amman. (1. September 2013)
Reuters
In Jordanien dürfen die Flüchtlinge nur noch in Camps leben. Dieses hier ist mit 144'000 Bewohnern zu einer der grössten Städte des Landes herangewachsen: Flüchtlingslager Saatari. (18. Juli 2013)
In Jordanien dürfen die Flüchtlinge nur noch in Camps leben. Dieses hier ist mit 144'000 Bewohnern zu einer der grössten Städte des Landes herangewachsen: Flüchtlingslager Saatari. (18. Juli 2013)
Keystone
Im Gegensatz zu Jordanien kommen die meisten Flüchtlinge im Libanon auf eigene Faust unter, sei es bei Verwandten, in Zelten oder, wenn sie es sich leisten können, mieten sie ein Zimmer oder gar eine Wohnung: Flüchtlingskinder, deren Mutter bei Kämpfen in Kusair umgekommen ist, leben mit ihrem Vater (nicht im Bild) in Arsal im libanesischen Bekaa-Tal. (14. Juni 2013)
Im Gegensatz zu Jordanien kommen die meisten Flüchtlinge im Libanon auf eigene Faust unter, sei es bei Verwandten, in Zelten oder, wenn sie es sich leisten können, mieten sie ein Zimmer oder gar eine Wohnung: Flüchtlingskinder, deren Mutter bei Kämpfen in Kusair umgekommen ist, leben mit ihrem Vater (nicht im Bild) in Arsal im libanesischen Bekaa-Tal. (14. Juni 2013)
Die meisten Flüchtlingskinder können nicht zur Schule gehen, mancherorts gibt es jedoch improvisierte Schulen: Unterricht im Flüchtlingslager Quru Gusik im Nordirak. (8. Oktober 2013)
Die meisten Flüchtlingskinder können nicht zur Schule gehen, mancherorts gibt es jedoch improvisierte Schulen: Unterricht im Flüchtlingslager Quru Gusik im Nordirak. (8. Oktober 2013)
Reuters
Bis Anfang Dezember 2013 hatten 2,3 Millionen Menschen das Land verlassen: Flüchlinge überqueren die Grenze zur autonomen kurdischen Region im Nordirak. (4. September 2013)
Bis Anfang Dezember 2013 hatten 2,3 Millionen Menschen das Land verlassen: Flüchlinge überqueren die Grenze zur autonomen kurdischen Region im Nordirak. (4. September 2013)
Reuters
Viele versuchen sich in den Ländern, in die sie geflüchtet sind, durchzuschlagen: Eine Syrerin bettelt mit ihrem Säugling in der jemenistischen Hauptstadt Sanaa. (19. September 2013)
Viele versuchen sich in den Ländern, in die sie geflüchtet sind, durchzuschlagen: Eine Syrerin bettelt mit ihrem Säugling in der jemenistischen Hauptstadt Sanaa. (19. September 2013)
Reuters
In Syrien selber sind nach Angaben der Uno-Flüchtlingsorganisation mindestens 4,25 Millionen Menschen auf der Flucht, einige davon kommen in den 700 «vergessenen Städten» unter, verlassene Siedlungen im Nordwesten des Landes zwischen Aleppo und Hama: Eine Flüchtlingsfrau aus der Provinz Idlib trägt Wasser auf ihrem Kopf in die Ruinen der byzantinischen Stadt Serjilla, wo ihre Familie wohnt und die mehr als 1500 Jahre lang unbewohnt war. (8. Oktober 2013)
In Syrien selber sind nach Angaben der Uno-Flüchtlingsorganisation mindestens 4,25 Millionen Menschen auf der Flucht, einige davon kommen in den 700 «vergessenen Städten» unter, verlassene Siedlungen im Nordwesten des Landes zwischen Aleppo und Hama: Eine Flüchtlingsfrau aus der Provinz Idlib trägt Wasser auf ihrem Kopf in die Ruinen der byzantinischen Stadt Serjilla, wo ihre Familie wohnt und die mehr als 1500 Jahre lang unbewohnt war. (8. Oktober 2013)
AFP
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Seit dem Ausbruch des Konflikts vor drei Jahren flohen laut der UNO mehr als 2,5 Millionen Syrer ins Ausland; weitere 6,5 Millionen wurden Vertriebene im eigenen Land. Insgesamt seien das bereits mehr als 40 Prozent der Bevölkerung Syriens, heisst es in einer heute veröffentlichten Erklärung des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR). Mindestens die Hälfte der vom Krieg vertriebenen Syrer seien Kinder.

«Dass sich eine derartige humanitäre Katastrophe vor unseren Augen abspielt, ohne dass es nennenswerte Fortschritte bei Versuchen gibt, das Blutvergiessen zu stoppen, ist unglaublich», sagte der UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres. Es dürften keine Mühen gescheut werden, die Leiden dieser unschuldigen Menschen zu lindern. Auch die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften appellierte an die Weltgemeinschaft, stärker auf ein Ende des Blutvergiessens in Syriens hinzuwirken. Helfer des Syrischen Roten Halbmonds würden mittlerweile unter grössten Schwierigkeiten mehr als drei Millionen Notleidende versorgen. Bereits 34 Mitarbeiter dieser Organisation seien während ihres humanitären Einsatzes getötet worden.

Europa nimmt nur wenig Flüchtlinge auf

Angesichts der immer noch nur geringen Aussichten auf eine politische Lösung rechnen Hilfsorganisation damit, dass die Not weiter zunimmt und sich noch viel mehr Menschen zur Flucht gezwungen sehen werden. Dabei würden immer mehr Syrer auch ausserhalb der Region um Aufnahme bitten.

In Europa - ohne Berücksichtigung des europäischen Teils der Türkei - haben laut UNHCR seit Beginn des Konflikts 56'000 Syrer Asyl beantragt, die meisten von ihnen in Schweden und Deutschland. Insgesamt seien bislang weniger als vier Prozent der syrischen Flüchtlinge nach Europa gekommen. Hingegen habe allein die Türkei mehr als 625'000 Syrer aufgenommen.

Die weitaus meisten Flüchtlinge des syrischen Bürgerkriegs - nahezu eine Million - leben im Libanon. Die Zahl könne bis Ende 2014 auf 1,6 Millionen steigen, warnte das UNHCR. Bereits jetzt kämen statistisch auf 1000 Libanesen 230 syrische Flüchtlinge.

(SDA)

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