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Bombenanschläge auf Fussballfans

Mehr als 70 Menschen starben bei einem Public Viewing in Uganda durch Bombenexplosionen. Die Regierung geht von einem Terrorakt der Shebab-Miliz aus.

Ein Bild der Verwüstung: Das betroffene Restaurant nach den Anschlägen in Uganda.
Ein Bild der Verwüstung: Das betroffene Restaurant nach den Anschlägen in Uganda.
Keystone

Bei Bombenanschlägen gegen Fussballfans in der ugandischen Hauptstadt Kampala sind seit Sonntagabend mindestens 70 Menschen getötet worden, unter ihnen auch ein US-Bürger. Die Polizei sprach am Montagmorgen zunächst noch von 64 Toten, doch bis zum Nachmittag starben mehrere Anschlagsopfer an ihren schweren Verletzungen.

Die Polizei geht von einem Terrorakt aus und vermutet radikalislamische Extremisten aus Somalia als Täter. Die Shebab-Miliz in Somalia hatte erst in der vergangenen Woche zu Anschlägen auf diplomatische Einrichtungen Burundis und Ugandas aufgerufen. Die beiden Staaten stellen das Kontingent der Friedenstruppen der Afrikanischen Union in Somalia.

Shebab-Miliz im Verdacht

Einige Umstände des Doppelanschlags deuteten auf eine Tat der Shebab-Miliz hin. Die Explosionen richteten sich gegen das in Somalia engagierte Uganda sowie mit der Zerstörung des äthiopischen Restaurants auch gegen Äthiopien. Das nordostafrikanische Land hatte Ende 2006 Truppen geschickt, um die somalische Übergangsregierung im Kampf gegen islamistische Aufständische zu unterstützen.

Zudem trafen die Anschläge mit Kampala den Veranstaltungsort des AU-Gipfels kommende Woche sowie das von der Shebab-Miliz geächtete Fussballschauen.

Dutzende Fussballfans in den Tod gerissen

«Wir werden die Täter finden und zur Verantwortung ziehen, wo immer sie auch sind», kündigte der ugandische Präsident Yoweri Museveni am Montag bei einem Besuch der Tatorte in einem äthiopischen Restaurant und einem Rugbyclub an.

Hier waren die Sprengkörper am späten Abend kurz nacheinander explodiert und hatten Dutzende Fussballfans, die das Endspiel der WM in Südafrika auf Grossleinwänden verfolgten, in den Tod gerissen. Der somalische Präsident Sheik Sharif Ahmed sprach in einer in Mogadischu veröffentlichten Stellungnahme von einem «abscheulichen Terrorakt».

Internationale Empörung

Die Anschläge stiessen international auf Empörung. Ugandas Staatschef Yoweri Museveni bezeichnete die Drahtzieher als «verantwortungslos, rückwärtsgewandt und feige». Bundesaussenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte in Berlin, Menschen anzugreifen, während sie ein friedliches Sportfest genössen, «sei an Heimtücke kaum zu überbieten».

Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Mike Hammer, erklärte in Washington, Präsident Barack Obama sei «zutiefst betrübt» über die «feigen Angriffe». US-Aussenministerin Hillary Clinton erklärte, ihr Land werde mit Uganda zusammenarbeiten, um die Täter zur Verantwortung zu ziehen. AU-Friedenskommissar Ramtane Lamamra sagte, die Angriffe zeigten, «dass die Terroristen überall zuschlagen können, auch in Afrika».

SDA/ afp/cra

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