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Bombe explodiert neben Assads Regierungssitz

In Damaskus – unmittelbar neben dem Sitz der Baath-Partei – detonierte eine Autobombe. Mindestens 53 Personen sollen getötet worden sein. Danach kam es zu weiteren Anschlägen.

Explosion zwischen Moschee und Regierungssitz: Zerstörte Strassen in Damaskus. (21. Februar 2013)
Explosion zwischen Moschee und Regierungssitz: Zerstörte Strassen in Damaskus. (21. Februar 2013)
Keystone

Bei einem Selbstmordanschlag im Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus sind nach Berichten des syrischen Staatsfernsehens mindestens 53 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Laut Polizei explodierte die Autobombe im Stadtteil Masraa auf dem Platz des 16. November in der Nähe des Sitzes der regierenden Baath-Partei und der Al-Iman-Moschee.

Das Gebäude der Baath-Partei wurde beschädigt. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gab die Zahl der Toten mit mindestens 42 an, die meisten Opfer seien Zivilisten. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf eine Netz von Informanten in Syrien, ihre Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Sowohl die Regierung unter Präsident Baschar al-Assad als auch die gegen die Assad-Führung kämpfende Opposition verurteilten den Anschlag. Es war das schwerste Attentat in Damaskus seit Mai vergangenen Jahres; damals waren bei einem Doppel-Selbstmordanschlag in der Hauptstadt 55 Menschen getötet worden.

Die offizielle Nachrichtenagentur Sana meldete am Morgen eine «terroristische Explosion», bei der es «eine grosse Zahl» von Verletzten und Toten gegeben habe. Zum Zeitpunkt des Anschlags herrschte im Geschäftsviertel Masraa reger Betrieb. Der Attentäter zündete seine Bombe an einer Absperrung aus Betonblöcken. Die Wucht der Explosion zerstörte den Eingang der Baath-Parteizentrale.

Schule in der Nähe des Anschlags

Im Fernsehen waren zerstörte und brennende Autos und beschädigte Gebäude zu sehen sowie blutüberströmter Opfer. Eine Rauchwolke stand über dem Anschlagsort. Laut dem staatlichen Fernsehsender Al-Echbarija waren unter den Verletzten Kinder. In der Nähe des Anschlagsortes befinde sich eine Schule.

Russische Nachrichtenagenturen berichteten, die Fenster der russischen Botschaft in Damaskus seien zerborsten. Es sei aber keiner der Angestellten verletzt worden, und die Arbeit in der Botschaft werde fortgesetzt, berichteten die Agenturen RIA Nowosti und Interfax unter Berufung auf russische Diplomaten. Als eines von wenigen Ländern unterhält Russland noch diplomatische Beziehungen zu Syrien.

Einer der Verletzten sagte im syrischen Fernsehen: «Das ist Terrorismus. (...) Ist es das, was ihr Islam nennt?» Ein anderer Mann sagte: «Ist das die Freiheit, die sie wollen? Ist das die Freie Syrische Armee?» Die Freie Syrische Armee ist der grösste Zusammenschluss der oppositionellen Kämpfer. Die syrischen Behörden bezeichnen die Aufständischen als «Terroristen».

Weitere Autobomben

Eine AFP-Reporterin hörte am Anschlagsort Maschinengewehrfeuer. Strassen waren blockiert. Laut der Beobachtungsstelle explodierten kurz nach dem Anschlag im Zentrum zwei weitere Autobomben im nördlichen Stadtteil Barse.

Al-Echbarija berichtete, zwei Mörsergranaten seien auf das Generalstabsgebäude in Damaskus gefeuert worden. Auch die Beobachtungsstelle meldete diesen Angriff, der etwa drei Stunden nach dem Autobombenanschlag erfolgte. Der Sitz des Generalstabs der syrischen Armee liegt in der Nähe mehrerer Regierungsgebäude. Er war am 26. September Ziel eines Doppel-Anschlags mit vier Toten.

Die syrische Armee wehrt seit Monaten die Versuche der Rebellen ab, die Hauptstadt unter ihre Kontrolle zu bringen. Seit März 2011 kämpfen Aufständische in Syrien gegen Staatschef Baschar al-Assad. Bei den Gefechten zwischen Rebellen und der Armee wurden nach UN-Angaben seitdem mehr als 70.000 Menschen getötet.

AFP/mrs

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