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Bericht: Ghadhafi plant den Absprung

Gemäss einem Medienbericht bereitet sich der libysche Machthaber auf seine Flucht ins Exil vor. Die internationale Gemeinschaft koordiniert bereits eine Rettungsaktion für Ausländer in Tripolis.

Vor dem Ende? Libyens Machthaber Muammar al-Ghadhafi.
Vor dem Ende? Libyens Machthaber Muammar al-Ghadhafi.
Keystone

Libyens Machthaber Muammar al-Ghadhafi bereitet sich gemäss NBC News auf seine Flucht nach Tunesien vor. Er soll bereits zusammen mit seiner Familie erste Vorbereitungen getroffen haben. Der Nachrichtensender beruft sich auf US-Geheimdienstberichte. Demnach könnte der Diktator schon in den nächsten Tagen seine Koffer gepackt haben und dem fast schon sechs Monate andauernden Konflikt die entscheidende Wende geben.

Auch US-Verteidigungsminister Leon Panetta scheint diese Zuversicht zu teilen. «Meine Wahrnehmung ist, dass Ghadhafis Tage gezählt sind», sagte er in einer Rede vor der National Defense University, dem Zentrum für militärische Bildung in Washington. «Ghadhafis Streitkräfte sind geschwächt.» NBC News konnte jedoch keine detaillierten Angaben zu den Fluchtplänen Ghadhafis und seiner Familie machen.

Flucht aus Tripolis

Tatsache ist, dass sich der Machtradius von Libyens Diktator immer mehr einengt. Die Rebellen haben in den letzten Tagen entscheidende Gewinne im Westen des Landes erzielt. Inzwischen sind sie bis al-Zawiya vorgerückt, die letzte grosse Ghadhafi-Bastion vor Tripolis. In der noch hart umkämpften Stadt sollen sie gemäss eigenen Angaben gestern die noch letzte funktionierende Raffinerie des Landes erobert haben.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat für die kommenden Tage eine gross angelegte Rettungsaktion für Ausländer aus der libyschen Hauptstadt angekündigt. Auch eine grosse Gruppe von Journalisten in Tripolis hätte um Hilfe bei der Flucht gebeten, sagte IOM-Sprecherin Jemini Pandya. «Wegen der Kämpfe steht uns für die Operation nur ein kleines Zeitfenster zur Verfügung», sagte Pandya.

Nato versenkt Boot mit Soldaten

Die Nato setzt derweil ihre Angriffe auf strategische Ziele in Libyen fort. Auch Tripolis wurde am frühen Freitagmorgen offenbar wieder von Nato-Kampfflugzeugen angegriffen. Es waren mehrere Explosionen aus der Gegend um die wichtigste Residenz von Machthaber Ghadhafi zu hören. In einem Hotel, in dem ausländische Journalisten untergebracht sind, waren sieben Detonationen zu spüren. Nato-Kampfflugzeuge kreisten über dem Anwesen. Berichten von Anwohnern zufolge wurde ausserdem die Strasse vom Flughafen in die Stadt von drei Einschlägen getroffen.

Vor der Küste Libyens haben Nato-Kampfflugzeuge am Mittwoch ein Boot mit Soldaten von Machthaber Muammar al-Ghadhafi an Bord versenkt. Wie das Militärbündnis mitteilte, wurde das Schiff in der Nähe von al-Zawiya angegriffen. Die Soldaten seien eine Bedrohung für Zivilisten gewesen, hiess es in Brüssel zur Begründung.

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