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Attentat in Nigeria

Nach einer Bombenexplosion in einer nigerianischen Kaserne herrscht weiter Unklarheit über die Zahl der Opfer. Bis zu 30 Menschen sollen ums Leben gekommen sein.

Entsetzen nach der Gewalttat: Eine Frau, die einen Verwandten verlor, vor einem Spital in Abuja.
Entsetzen nach der Gewalttat: Eine Frau, die einen Verwandten verlor, vor einem Spital in Abuja.
Keystone

Die BBC sprach unter Berufung auf Quellen im Militärapparat des Landes von elf Toten, im nigerianischen Staatsfernsehen hiess es hingegen, 30 Menschen seien ums Leben gekommen. Die Explosion hatte sich in einem Biergarten ereignet, der zu der militärischen Einrichtung in der Hauptstadt Abuja gehört. Ursache sei eine Bombe gewesen, sagte der General der Luftwaffe, Oluseyi Petirin. Über die Zahl der Opfer konnte er keine Angaben machen. Zunächst übernahm keine Gruppe die Verantwortung für die Tat. Der Anschlag ereignete sich in einem als «Mammy Market» bekannten Bereich mit Marktständen und Bierlokalen, wo Soldaten und Zivilisten zusammenkommen, um zu essen und zu trinken.

Augenzeugen berichteten, dass der Markt vor der Explosion sehr gut besucht gewesen sei, was für eine hohe Opferzahl spricht. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AP sah, wie die Polizei damit begann, Leichen zu bergen und in die Kofferräume ihrer Autos zu bringen. Ein Sprecher der lokalen Polizei sagte, es habe vier Tote und 13 Verletzte gegeben. Angaben zu Opfern sind in Nigeria aber oft umstritten, weil Politiker häufig die Zahlen manipulieren, wenn es ihren Interessen dient.

Ethnische und religiöse Gewalt

Erst an Heiligabend waren bei drei Bombenanschlägen in der Stadt Jos mehrere Dutzend Menschen getötet worden. In der selben Nacht kamen in der Stadt Maiduguri sechs Menschen bei Überfällen der radikalislamischen Sekte Boko Haram auf zwei Kirchen ums Leben. Jos gilt als Epizentrum des sogenannten Mittelgürtels in Nigeria, wo zahlreiche ethnische Gruppen um politische und wirtschaftliche Kontrolle kämpfen. Religiös motivierte Gewalt hat dort 2010 mehr als 500 Menschen das Leben gekostet.

Die Bombenexplosion war nicht die erste Gewalttat in diesem Jahr in der ansonsten eher ruhigen Hauptstadt. Bei einem Bombenanschlag während der Unabhängigkeitsfeiern am 1. Oktober waren mindestens zwölf Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Die Verantwortung dafür hatte die im ölreichen Süden aktive Bewegung für die Emanzipation des Niger-Deltas (MEND) übernommen.

dapd/raa

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